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110 1/2 Crone, beym Walsch kauffen sollen, habe ich im tod vergessen. Im Bette sind
2 Steifröcke. 2 Küssen von Federn. 1 Bolster. 1 Kissen zum Beth gehörig. Das
Verschlägl mit den Blumen. Die abgenähte Decke, 2 Materazen. Die Strohsack
Leinwat. Von Sackleinwat ein Überzug. Ein Matten oder Tacke zum eim balliren.
Der Conto vom Wechßel ist beylaü¿g. Der Wechßel 30 lb. Des Hausherrn Conto
36 lb 13 Sch>illing@ die Pfänder 26 lb 9 S>ous@ dein Kleid. Dein Kleid 3 lb etliche
Sch>illing@ deiner Schneiderin 2 lb. Assicuration weil es nach Michaeli für 100 lb
x> 25 \25 Schil>ling@ kostet./ ich habe es für 200 lb assecurir>en@ lassen facit 2 lb
10 Sch>illing@ die Zettel 5 lb. Embarquiren den Coffrè und andre Unkösten nebst
conosciment. 15 Sch>illing@ dem Hausherrn seitdem du abgereist, wovon hernach
1 ½ Guinée, macht mir überhaupts gerechnet 102 Pund 13 Sch>illing@ aus. Dieses
schreibe ich nur zu deiner information, daß du weist wo das Geld hingekomen.
Des Glucks seine Uhren wann er sie haben will, kan er mir das Geld schicken, es
du kanst unterdessen sagen, sie seye nicht fertig worden. Ich kan mir selbst nicht
helffen, und soll vor andre Geld auslegen. Den Schlißl zum Coffrè obwohl deiner
auch beede Schlösser aufmachet, weil er aber könte verlohren od>er@ gebroch>en@
seyn, habe ich dem Schifer verpitschirter unter deiner Adresse aber Ricapito an
Herrn Porta mitgegeb>en@, fordere solchen demnach. Zur Vorsorge habe etliche
Zeil>en@ an Herrn Porta welsch inwendig an Ihn selber geschrieb>en@, daß wann
das Schif zu spät kömt, daß du er dir solchen wieder verpitschirter mit dem Coffrè
nachschicke, welches der liebe Gott verhüten wolle, bishero habe ich die beste
Hofnung von der Welt. Aber um Gottes willen berichte mich od>er@ lasse mich von
der Ankunft der Sach>en@ berichten, dann ich lebe indessen in Todes Aengsten. Du
must doch in allem Fall dem Porta informiren, daß der Coffrè völlig mit Wachß-
tuch umgeb>en@, und der Ballen wie oben geschrieben bestens verwahret, und con-
ditioniret, und dem Schifer wegen der Nässe >S. 3@ sehr aufgebott>en@ word>en@,
daß er also im besten Stand zu empfangen habe, und sich vom Schifer Rechen-
schaft solle geben lassen, wann aber was mit dem allen manquir>en@ solte, so soll
ers zu weitrer Reise reparir>en@ und wohl verwahren lassen. Vogd thut mir sehr
viele HöÀigkeit>en@ an, läst sich schönstens empfehl>en@. Das war ein Wetter wie
ich die Sachen an Bord gebracht, und dennoch muste ich wieder um 5 Uhr bey der
Milady Midlesex seyn aber auch umsonst. Das sind historien und DeüÀereyen mit
dem embarquir>en@ wann mir Herr Vogd im grösten Regen nicht beygestand>en@
wäre wie auch beym assecurir>en@, hätte ich vieleicht um vielmehr zahl>en@ müs-
sen, und hätte 2 mahl so viel Scherery Schererey gehabt. Mit den hundsfütisch>en@
Einsager von Pantomimi bin ich angeführet, und kan nichts ausricht>en@. Die Leüte
sind hier wie die reitstettig>en@ Pferde>.@ M>an m@üste nur nebst noch einen in die
Comoedie geh>en@, und die scenas selbst auf notir>en@. Ich glaube zwar nicht daß
Herr Mingotti sie noch brauche, oder wenigstens so geschwind nicht. Pompeati hat
sie hier auch hab>en@ woll>en@, und nicht bekommen können, hat den Ritsh selbst
ersuchet, frage ihn nur, und frage ich recht in Ernst, ich bite dich recht inständig
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur