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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 269 -
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269Edition der Briefe 5 10 15 20 25 30 Brief ௘ Nr. 65 Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Hamburg, 1. November 1748 A Madame Madame Marianne Pirker pres>entement@ à Hambourg. No 22 20. vom 1sten N>o@v>em@bris >1@748 London den 1t>en@ >novem@bris 1748 Herzallerliebste Marianna. Nun ist es der dritte Posttag, daß ich von dir ohne Brieffen bin, aus Ursach des wiedrig gewesten Windes. Dienstags Mittwochs, Donnersdags war der treÀichste Wind nacher Hamburg, und allen reden in der Börse und gereißten Leüten \nach/ muß der Schifer die Elbe gestern nachts erreichet, und \in/ Kukshaven angelanget seyn, welches der Allmächtige Go>tt@ verleihen wolle, dann heüte Nacht hat sich der Wind völlig gewendet ist voll Ost, dessentwegen hoffen wir morgen 3 Posten. Nun siehe ein Mensch die fatalitet, just um einen Dag, daß ich deine Brieffe nicht beantworten kan: herentgegen würde der Schifer auch nicht so weit gekommen seyn, als wir hoffen. Unterdessen kanst du meine Unruhe, Sorge, und Angst dir vorstellen, und wie ich immer zwischen Furcht und Hofnung leben müsse. Die Verzweifelten Schifer sind hier nicht aus der Tämse zu bringen, und unsrer hat eben 2 Däge mit guten Wind hier versäumet. Die Elbe gehet es gar langsam her, wenn sie keinen günstig>en@ Wind haben, nacher Hamburg hinauf zu kommen, ich zweiÀe aber nicht, daß ihr >Verans@taltungen, wie ich in meinen vorigen ge- meldet, werdet gemacht haben und auf die Ankunft des Schifes ein wachsames Auge haben. Es sind etliche, die gestern noch geglaubt, daß es ehender, als mein lezteres mit der Post, worinn>en@ das Conosciment, möge ankommen. Gott geb es. Nun solle ich dir glückliche Reise nach Dennemark winschen, weil ich hoffe, daß dich dieser Brief noch antreffen werde. Ich kan dieses zwar ohne Thränen Ver- giessung nicht thun, jedoch geschiehet es aus innersten Abgrund meines Herzens, Gott seye dein Begleiter und Schüzer, zu Wasser und Lande und stehe dir in allen Gefahren, und Vorhaben bey, daß du sie zu seiner Ehre und bey unsern Besten glücklich überstehen und ausführen mögest, und daß er Uns bald eine vergnügte Zusammenkunft, die ich sehnlichst winsche, geben möge. Ich erinnere dich auch ganz ernstlich, und in und durch den Nahmen der allerheiligsten Dreyfaltig- keit, nimme dich auf der Reise und allerorten in obacht, die Gelegenheit macht Diebe, und sie wird sich dir nur gar zu oft darstellen, Àiehe sie, daß be¿ehlet Gott und die Vernunft, so viel dir möglich. Traue dir nicht selbsten zu viel zu, dann just dessentwegen verläst Gott den Menschen öfters in seiner Gebrechlichkeit, und obwohlen du, wenn du meinen elenden verlassnen Stande recht beherzigen
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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