Seite - 277 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
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70 Novemb>re@. auß dieß>em@ Brif kanst du sehen, wie ich hier gemartert bin, so
daß ich wirklich den posttag versaumet, mache dir alßo keine grill>en@ daß du
ein>en@ posttag kein>en@ Brif von mir bekomme>n@, wir gehen auch erst auf d>en@
8 oder 9.t>en@ weg, dann sie woll>en@ perforce noch eine opera. Heute war eine
sehr schöne Recita ja die allerschönste dann sie glaubt>en@ es wäre die letzte.
vorgestern, gestern und heute hab ich bey Monsieur Coppe gespeist und ist
unser concert verschoben worden, weil>en@ die sau die pompeati eine fause
couche gemacht, ach pirker ich darf dir die historie nicht recht erzehl>en@ dann
du kanst nicht schweig>en@, allein sie hat sich mit Àeiß auf den fuß adergelaßen,
um drum zu komm>en@, mache aber ja keine schwäzerey der Carpser welcher
die Kinderey gethan und ihr aadergelaß>en@ entschuldigt sie, und sagt das Kind
wäre schon 3: Monath in ihr tod geweß>en@ welches aber unmöglich ist, dann
sie wäre schon längstens crepirt. >S. 2@ allein sie wolte nur den Bauch nicht
nach Coppenhagen tragen. weg>en@ des Champ>igny@ und ihr bekümere dich
ja nicht, dann sie zehl>en@ hier gar wenig du kanst dir aber wohl einbild>en@ daß
die dike sau sehr giftig ist weil>en@ meine opera so incontrirt, dann er macht
unglaublich schöne Reciten. ap wir hab>en@ ei>nen@ abend ohne die pompeati
gesung>en@ aber heute agirte sie wieder. apropos warum hast du dann den
Dosenmacher 6. ghinee bezahlt? es gehör>en@ ihn ja nur 5: jedoch siehe erst in
den>en@ricevut>en@ nach damit ich mich nicht irre du versaumst auch die Zeit mit
d>em@ Handschuhmacher, damit wir dieses Gelt auch verliehren. ich erwarte mit
schmerz>en@ d>en@ coffre. die Cuzzoni ist nun würklich nach bologna gereist, und
die lieb>en@ Eltern wünschen sehr daß wir dort>en@ wär>en@ ehe sich eine andere
einschleicht. gedenk die Rosalia hat ihre sach gekrigt ich bin recht erstaunt da-
rüber, anzi erschrocken, allein mann versichert mich daß es öfters geschicht
Massimo in Ittalien, wann sie ihr nur keine schmirerey geben. Die caterl schreibt
mir ich soll ihr das gelt noch so lang lassen, biß ein ihriger guter freund nach ham-
burg kommt mir es selbst zu zahl>en@>,@ es ist mir sehr verdrüßlich, jedoch heist
es gedult. verzeihe dieße schmierey, allein damit du siehst daß ich nicht auf dich
vergeßen gehabt. nun hier folgt der Brif an die Myladi aw und graf haslan mache
auf beede das couvert und übergieb sie. ehe ich noch weg gehe werde ich der Miss
asch die wörter schiken, allein die Musick hast du absolute. grazie Mille per le
fatiche che avete avuto, ich glaub es mehr als zu wohl, absonderlich da du nichts
ohne ambaras thun, auch könne ich die Englisch>en@ Köpf mehr als zu wohl. tau-
send Danck vor das Kleyd, und wann du das gelt bekomst, so versehe dich ja mit
gut>en@ tüchern. lieber pirker die Zeit läst mir nicht zu dir das portrait zu schick>en@,
begnüge dich indeßen daß gewiß keiner die naße drein stek>en@ darf, sonder
spahre mich auf dich. Dieß>en@ aug>en@ blick empfange dei>nen@ Brif mit d>em@ assi-
cur>ations@ Zettel, ich bin wohl närisch geweß>en@, dann zu land hätte es uns weit
weniger gekostet nun höre mich wohl, ich will absolute nichts an d>em@ geld ver-
liehr>en@ noch weniger wahr annehmen, da du doch nicht a tempo hieher komst,
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur