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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 288 -
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288 Edition der Briefe Brief ௘ Nr. 70 Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Kopenhagen, 8. November 1748 A Madame Madame Marianne Pirker pres>entement@ à Copenhagen chez lތOpera Italiene. No 21 22 Vom 8t>en@ N>o@v>em@bris >1@748. London den 8t>en@ N>o@v>em@bris A>nno@ 1748 Herzallerliebste Marianna. Bishero habe ich heüte von dir noch keinen Brief, obwohlen ich solchen sehnlich winsche, weil ich mir nicht getraue den Dänischen Gesandten immer zu plagen, indem ich verwichenen Posttag id e>st@ Dienstags den >5@t>en@ hui>us@ durch ihn an dich geschrieben, habe also mit dieser Post gehofft, daß du mir neüe Adresse schreiben wirst, weil ich directè à Copenh>agen@ zu schreiben unsicher zu seyn glaube. ob die Post gekommen weis ich zwar eigentlich nicht, od>er@ ob sie nicht komen kan, weil ich eben jezt nach Haus gekommen von der execution von ty- born, wo ich 10 Person>en@ /: worunter ein Weib war :/ wie einen Bund Lichter aufhängen gesehen, und zu Mittag mit \bey/ einen Rostbeaf und Salat zu Haus gespeist, mich auch gleich zum schreib>en@ gesezt. Weil ich nun keine punct>en@ zu beantwort>en@ so will ich vieles schreiben, was mir deinetwegen eingefallen, indem Gott weis meine Gedanken immer an dir hengen, ich mag seyn, oder thun, was, und wo ich will. Erstlich ist mir gesagt word>en@, daß das Dänische Bier nicht viel tauge, hute dich also davor, und sehe der Gesundheit wegen keine Un- kösten an, wegen der Verschleimung der Brust, und hernach wegen noch einer Ursach die die Frauen angehet. NB. Hernach must du wegen deinen Arien zu- sehen und dich recht informir>en@. Der geweste Maestro, so jezt in Königl>ichen@ Diensten, hat höre ich, durch Verkauffung der Arien entsezlich Geld gewohnen, wäre es also besser, wenn du sie dir abschreiben liessest, und selbsten den Lieb- habern pr  sentirtest, ohne daß ein andrer davon den Nuzen ziehet, spreche hie- von mit Mingotti in geheim. Du must auch zusehen, daß du /: weil ich nicht weis, wie es etwa mit deiner Taffel in Copenh>agen@ seyn wird :/ ja en Compagnie einer Frauen speisen könest, wenn es immer möglich, denn die Welt urtheilet nur allein nach den eüßerlichen, und dessentwegen werden öfters die schlimste für frome, und die frömste für üble Leüte gehalten, wann sie das exterieur nicht in acht nemen, und da hilft alsdenn keine Ausrede, oder Versicherung, man glaubt im- mer das arge. Weil ich schon in dieser materie, so erlaube mir weiter, daß ich wirklich aus wahren Eiffer für dein Bestes, und aus keinen Argwohn od>er@ sonst- was hinzufüge: daß die Dankbahrkeit und Freündschaft sich nicht so weit erstre- cken, daß man ihrentwegen seine Reputation der Gefahr einer schlimen Nachrede 5 10 15 20 25 30
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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