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70 ausseze, und ein discreter Freünd wird, und kan dergleichen sacri¿ce nicht ein-
mahl begehren weil er seines Gegentheils Ehre für das höchste, und weit mehr
als das interesse schäzen muß, wenn anderst ein wahrer Freünd, wiewohl das
interesse auch meistens darunter und mit der Ehre mit leidet. >S. 2@ Dieses, was mit
der Veränderung des quartiers, bey deiner Ankunft, weil ich nicht mitgekom-
men, vorgegangen, war ungemein wohlgethan, und hat mich unbeschreiblich
charmiret. Die Turcotisch>en@ werd>en@ keinen Schritt unangefocht>en@ vorbey
gehen lassen, um dich verschwärz>en@ zu können, und unter die Leüte zu
bring>en@ daß der Mingotti vor dich partial, und andern deinetwegen torto zu
füge. Du kanst ihr vorstellen, daß, wann die erste Opera \so in Hamburg pr sentirt
worden/ etwa gemacht wird, alsdenn du auch aus bleibest. item daß sie ja nicht
neü in Coppenh>agen@ und ihren Credit schon gemacht habe, daß es nicht so wie
in Italien. Solte wieder alles verhoffen der coffre nicht eingetroffen seyn, so sehe
ja um Gottes willen kein Geld nicht an, sondern kleide dich warm. Gesundheit
gehet über alles. Gott wird es schon auf eine andre Art wieder schicken. Nimm
was auf Credit aus, du bist nicht mehr in EngeLand. Thu mir das einzige Gefal-
len, und scherze nicht mit der Kälte, bevoraus im Unterleib trage immer Àanelne
Hosen. Du bist in Norden, und nicht in Engeland od>er@ Italien. Lege dir auch im-
mer Lavendel Wasser zu wegen des Schwizes \a propos mit der Kälte/, bevoraus
wenn du ausgeh>en@ must, od>er@ im theater dich anziehest. Auf diese puncten
antworte mir fürs erste NB NB NB antworte gewiß, ausfürlich, nicht geschmiert,
sondern verläßlich ob die Waaren zu Hamburg gelassen, oder mit pro¿t nach
Coppenh>agen@ sollen gebracht werden? wenn ich einige auswechßle, und ob
kein modus des Zohles /: der dort>en@ sehr stark seyn solle :/ frey zu seyn? item
ob du alle meine Schreiben \in Coppenhagen/ erhalten? Du kanst es gleich aus
den datis erkennen, ich habe unausgesezt alle Dienst- und Freydäge geschrieben.
Von dem Glückwunsch zur Reise muß dieses der 3te Brief seyn, so du in Coppen-
h>agen@ empfangen sollest. Der erste nachgeschickt der 2te durch den Gesandt>en@,
und gegenwärtiger. Ich bin beym Chevalier Wyth gewest, welcher gar höÀich
war, und von dir auch gute relation erfahren, ich habe ihn wegen der Coffè Mühl
nochmahl sehr nachdrüklich gemahnet, er sagt, er hätte sie schon im Hause. Der
Capitain möchte sich etwas in Holland aufhalten dessentwegen werde ich die
6 Opern mit durch Herrn von Zeher nach Holland schicken, an Signor Lapis da-
mit sie desto geschwinder expediret werden. Wann du \in Coppenha>gen@/ dorten
etwas bekant, kanst du sehen, daß die Briefe durch dasige Canzley an hiesigen
Gesandten franco abgesendet werd>en@, so kosten sie mich und dich nichts, Signor
Mingotti, dem ich mich zum schönsten empfehl>en@ lasse, wird vieleicht einen
Weg wissen. Hier saget man, daß der Prinz von Walis ein Franz>ösische@ Opera
comique halten wolle in einem \privat/ Ort, und in der That ist der Closs ver-
reiset, er sagt in die Campagne, aber \es/ ist was anders hinter dieser Reise, ich
war bey \ihr/ mich zu beurlauben. Sie hat in ihren discorses ihren Neid gegen
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur