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30 Brief Nr. 72
Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Kopenhagen,
12. November 1748
A Madame
Madame Marianne Pirker pres>entement@ à Coppenhagen chez lތOpera Italiene.
No 25. 23. Vom 12t>en@ N>o@v>em@bris >1@748
London den 12t>en@ N>o@v>em@bris 1748.
Herzallerliebste Marianna
Dein lezters von 1t>en@ und dann von 5t>en@ huius habe ich mit grösten Vergnügen
durchlesen. Der übergangene Postdag hat mich nur darum allarmiret, weil es just
um die Zeit deiner Abreise gewest, und ich den Ausgang der Opern, den precisen
Dag der Abreise, und die Adresse nach Copenh>agen@, die Ankunft des Coff>re@s
gern gewust hätte. Das leztere bin ich zwar noch begierig zu wissen, und das ers-
tere habe ich unterdessen auf gut Glück gewaget, also daß du hofentlich bey deiner
Ankunft mehr als einen Brief von mir wirst gefunden haben. Das Leben so du in
Hamburg führen müssen, hat dir freilich wenig Zeit zum schreiben überlassen
können, unterdessen da es dir schon keine regalien nicht gebracht, so bin ich doch
auf das eüsserste charmiret über deinen grossen incontro, und winsche dir von
Herzen Glücke darzu + auch über die Ehren, so sie dir bezeuget. + Du zweifelst
an meinem schweigen, und schreibst es selbst an Graf Haßlang, daß die Pompeati
deine 2>a@ Donna. E>s hat X@ nichts zu bedeüt>en@, indessen sorge dich nicht, ich
habe es schon ausged>acht@, daß ich das titlblat /: für welches ich dir sehr danke :/
ohne affectation aufweisen werde, und die Correspondenz vom Pompeati weiß ich
ohnedem, sie ist mit dem halbblinden Preüß>ischen@ Minister od>er@ Secret>aire@
Micheli. Ich war zuvor schon bereit alles ohne zu gasconir>en@, od>er@ jemand zu
choquir>en@ mit Bescheidenheit zu erzehlen. Wegen der OstSee die ihr passiret
hast du mich in grosse Unruhe gesezet, bis ich eüre Glück>liche@ Ankunft vernom-
men, wiewohl man mir ganz keine Gefahr zu seyn versichert. Der fauxcouche von
der Pompeati wird andern so wohl als dir nach zu denk>en@ Ursach geb>en@, es ist
freilich so, wie du schreibest, sorge anbey aber nicht, daß ich weder von diesen
noch andern in Schwäzerey bring>en@ werde. Wegen den Dosenmacher wolte ich
winsch>en@, daß es so gewest wäre, ich habe es auch anfangs so geglaubt, ich hätte
ihn alsdenn auf den Pranger gebracht, allein es ist die weisse schildkrötene taba-
tier nicht auf dem Auszügl, und 1 Guinée ist für den Garant od>er@ arest Zettl, den
ich ohne remission zahlen müssen. Wegen den Handschuhmacher vergesse ich
nicht. Alles zu seiner Zeit. Wegen der Rosalia bin ich erstaunet. Es ist aber in der
That von dem Blut>en@ aus der Nasen, welches dorten seinen Ausgang genohmen
vieleicht den armen Mädl zu grossen Glücke. Schreibe ja den lieb>en@ Eltern, sie
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur