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der Briefe
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30 Brief Nr. 75
Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Kopenhagen,
19. November 1748
A Madame
Madame Marianne Pirker pres>entement@ a Copenhagen. Chez lތOpera Italiene.
No 26 24. Vom 19t>en@ N>o@v>em@bris >1@748.
London den 19t>en@ N>ovem@bris 1748
Herzallerliebste Marianna.
Lezte Post ist es das erstemahl, daß ich dir nicht geschrieben, und >es wa@r zu
Fleis, denn du wirst ohnedem 4 Briefe von mir bey deiner Ankunft gefunden
haben, so würde es dir zu hart gefallen seyn auf 5 zugleich zu antworten. Zudem
hatte ich keinen Brief von dir, indem ich deinen von 8t>en@ huius erst einen Dag da-
rauf empfangen auch keine nothwendige Sach>en@ zu schreiben. Heüt hätte zwar
auch die Post ankommen sollen, es ist aber noch nicht geschehen. Du kanst nicht
glauben wie sehr mich das Ausbleiben deines Coffers am Herzen lieget. Ich werde
morgen expresse dessentwegen nach der Börse gehen, od>er@ vieleicht bekomme
ich von dir die erfreüliche Zeitung, daß er noch vor deiner Abreise gluklich an-
gelanget. Ich erwarte mit gröster Sorge und Sehnsucht die Nachricht von deiner
glüklichen Ankunft, und kan mit>ler@ Zeit keine recht ruhige Stunde haben. Den
Mylord habe auch >X@ >X@e>X@, weil die neuen um Geld angesuchet, und keines
erhalten könen >X@ aber nur eines geben will. Monticelli ist wirklich im Proceß
wie>d@er ihm und ist Festen und Haydegger heüte als Zeügen vor Gericht gefodert
worden, daß sie nicht einmahl in die Opera, die heute die erste ist, gehen können.
Ich glaube daß Milord Burlington darhinter stecke. So bald die Opera vorüber da
werde ich hinter ihm her seyn. Ich habe zu Àeis nicht hinein zu gehen gesuchet
noch zum Prob>en@, damit man mir nicht aufbringen könne ich spreche ihr übel
davon. Die regalien, obwohlen sie gering, freüen mich dennoch inniglich wegen
der Erkäntnis, und ist imer besser als gar nichts. >Des@ Monsieur Brockes Present,
und des Bruders Compl>iment@ \an mich/ charmire>n@ mich auch ungemein, und
das erstere mehr, als wenn es von einer grossen Frauen gekommen wäre. Daß die
Dicke so sehr er>bo@ßt, ist mir nicht bang, ich winschte daß man es accomodiren
könte. Spricht sie mit dir? NB Damit du mir auf die puncten antwortest werde
ich es hinfüro allezeit so mach>en@, denn es sind 500 in meinen vorigen Brieffen
unbeantwortet geblieb>en@. Lege meine Brieffe, wenn du schreibest jederzeit
neben dir hin, du hast es ja hier so gemacht. Ich lasse nach der Nachbarschaft
allerschönstens wieder empfehlen, ich seze gewis nichts auf, sie sollen sich sich
nur >al@lzeit festgeschlossen halt>en@, so giebt es schöne Grüblein. Deine Gesund-
heit erfreüet mich höchstens, Gott erhalte sie, und meine auch, die ich jezt Voll-
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur