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318 Edition der Briefe
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25 Brief Nr. 77
Marianne Pirker aus Kopenhagen an Franz Pirker in London,
26. November [1748]
A Monsieur
Monsieur Franoois Pirker pres>entement@ a Londres in oxonton Street near the
hajmarkt
>unbekannt:@ | franco Amsterda>m@ |
>Franz Pirker:@ | No 2.
Schiavonetti Impressari von Hamburg. Juel. von der Galli Camoedi. Opera. von
der Kaz Palma Geminiani pp die Menge Leüte |
Copp>enhagen@ 26:t>en@ >novem@bre :
allerliebster pirker
Heute empfange ich dei>n@ wehrtes von 12.t>en@ hujus: lauf>en@ alßo die Brife bey
gut>em@ wind 14. täge. Hofe auch du wirst indeßen eines von hier auß empfang>en@
hab>en@ worinn>en@ ich dir unsere reiße beschrieb>en@. Du kanst kek in mein>em@
nahm>en@ schreib>en@, dann ich bekomme die Brife sicher, und laße solche bey
Madame Fabris abgeben ich habe dir die bestialität wegen der pompeati aderlaß
und fause couche verbott>en@ nemlich solches wohl zu erzehlen, aber nicht darüber
Raisoniren, anzi weg>en@ der seconda donna muß es nur recht außgebreitet wer-
den. Heute schreibe ich den>en@ Eltern unsere Seperation mit guter Manier, kanst
du alßo gleich an sie schreib>en@ wann du wilst, allei>n@ versichere sie daß du solst
nächstens bezahlt werden, ich bin recht froh daß du ihn>en@ hast den wechsel über-
mach>en@ können, alleine ich wolte daß sie die ringe außlösten, und solche lieber
versezten, die Eltern woll>en@ nicht gern daß ich nach wien ginge und schreib>en@
al solito ich solte nicht so geschwind mit d>em@ contract seyn biß dato habe noch
keine antwort von Wien erhalt>en@, alleine meine demanda non era troppo perché,
sie sagt>en@ mich zu distinguir>en@ von der Holzbauerin welche 1000 thaler hat,
mir woll>en@ sie 400 ducat>en@ geb>en@ nebst dir, was bliebe mir dann im Beutel
wann ich die reiße von hier biß wien mache>n@ solte auf meine Spesen? Dann
unter hundert ducaten könte ich sie gewiß nicht mach>en@, liegt mir alßo gar nichts
daran, überdieß ist es fast unmöglich von hier bevor ostern über die beeden pelte
zu geh>en@, weil>en@ solche alle jahr gefrier>en@. ich bitte dich fernerhin immer
miracle zu würk>en@ daß du gelt weg schickst, ohne selbst eines zu haben. lieber
pirker glaub mir daß du mich stark an¿chst, allein gott wird mir helfen, jedoch
hofe ich auch auf den milord, nun solte ich absolute hier ein Kleyd haben, dann
die proben sind alle im teatro, und mann bezahlt die Helfte wie in der opera. Das
teatro ist wie zu labach, aber die adienz ist größer, heute ist prob, morg>en@ prob,
und übermorg>en@ die 1rste opera, und zwar der Bajazet du kanst dir einbild>en@
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur