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110 ein neües Räzel aufzulösen. Von was vor Arien sprichst du die von Artaxerxe im
Coffrè sind? Werdތt ihr denn den Artaserse mach>en@? Es se ist freilich Musiqs
darinn, ob aber etwas von Artas>erse@ weiß ich eben nicht auswendig. \Von/ Was
für Meistern meinst du dann? Wegen des Portrait muß ich freilich Geduld hab>en@,
lasse das Fuderall fein warm machen, aber es muß kein lebendiges seyn. Die Sonne
wird eüch nicht viel >S. 3@ plagen, glaube ich, sie wird dir ihn auch nicht verbren-
nen, denn du bist so heiklich damit, daß du ihn nicht gern von ihr anscheinen
läßt. Ich schicke der Nachbarschaft und ihm 1000 Bussel. Nun muß ich dir was
neües schreib>en@, behalte es aber bey dir, und mache dirs zu Nuzen am besten
als du kanst, und glaubst, daß es dir nüzlich od>er@ schädlich seyn könne, ist es
dir aber indif¿rent, so beschwere dein Gewissen nicht durch Verhinderung. Der
Waitsch ist in eine gewisse Dänzerin von Turin verliebt, die stekt immer bey ihm,
und diese ist eine sehr gutte Freündin von der Galli, leztens haben sie ihn ein-
gelad>en@ zu in der Galli Haus, wo er sie gehöret, und versprochen sie bestens
beym Monsieur Mingotti /: dem ich mich schönstens empfehle :/ anzurühmen
und zu recomandir>en@. Lasse dich bey ihm nichts merken, daß du davon was
weist, so kanst du h in allen deine tour desto besser spiel>en@. Er wird sich unfehl-
bahr bey dir erkundig>en@, und vieleicht selbst damit herauskommen. Nimm nur
deine ¿nesse zusammen, so kanst du es schon ausführ>en@. Der Junge Nicolai
hat vom Prinzen järlich 50 lb erhalt>en@. Du kanst dir seinen Hochmuth da-
rüber nicht einbilden. Heüte schreibe ich dir zum 1sten mahl aus meinen neüen
quartier, darin ich gestern gezogen, weil in den vorigen der Hausherr einen
Capitain bekommen, der schon einmahl darin logiret, der es für den ganzen Winter
nemmen woll>en@, welches er mir auch offeriret, ich aber gleich abgeschlagen, daß
ich mich so weit nicht einlassen könne. Das jezige das selbe wo der Borosini im
Pall mal logiret, und zahle 5 Sch>illing@ die Woche. Ich habe schon zuvor dorthin
gewolt, allein sie traute nicht recht, nachdem es aber indessen leergestanden, so
hat sie sich anderst bedacht. Ich hätte es wohlfeiler zu andrer Zeit bekommen,
aber jezt sind alle quartiers theüer, weil sie mit der Ankunft des Königs und aller
See und Feld Of¿ciers nach geschlosßenen Frieden unzählige Gäste erwart>en@,
und in der That ist es auch so. Zu deinem habe ich noch 5 andere Duetts aus
dem Steffani abgeschrieben, und sind wirklich die beste, alle übrige, auch die
von Reginelli /: die er mir bey seiner Abreise consigniret :/ verdienen nicht das
copir>en@, weg>en@ ihr>en@ Solos, und R>e@cit>ati@ven pp Real und Greene sind
wieder die Besten, sie schlaff>en@ wieder beysam zuvor>.@ Der Junge Mensch
hat sein Geld bekommen und ist nach OstIndien abgesegelt, und Real mitsamt
seinen nachsezen Unkösten, und saurer Mühe und Zorn die 16 Guinées nicht
bezahlt. Die Canaile ist ihm untreü word>en@, da und hat sich mit dem Real
accomodirt, da solst du hören, was der Junge Mensch von ihr gesagt, und ge-
sproch>en@. Schreibe mir ob du alle Briefe empfang>en@? wie ich oben gemeldet.
Wenn du mir in jeden Brief nur ein Manchet schick>en@ köntest aber nur glat nicht
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur