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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 352 -
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352 Edition der Briefe 35 40 45 50 schreib>en@, so dich complimentir>en@ lassen, daß ich einen ganzen Brief müste über schreiben. Ich werde eine Lista davon mach>en@. Die neüe Opera gefällt sehr wohl, und haben ein guttes Haus gehabt, hoff>en@ Samstag noch ein besseres. Von der Melini hat das Orchester miracl gesagt, sie gefällt besser als die Seiz, die dieses mahl ausbleibt, allein das ist nicht gar lange nicht so, daß keine besser noch solle hier gewest seyn, wie sie zuvor gesagt. Es sind 2 Dänze, sie gefallen aber nicht. Die Nardi ist wieder verreiset nach Italien. Neülich war ich in Drurylane, weil mir die Aurettisch>en@ ein Ticket gegeb>en@, >do@rt hätte ich dich gewunsch>en@ indem 6 Sailors, und Solo der hübsche Jung, der in Sadlers well, da Borosini mit war, die Contredance pas so gut gedanzt, charmant gedanzet, it>em@ das Child von 5 Jahren ein recht schweres Solo a Àute a bec ohne Anstoß geblasen. Der arme Narr war in weißen Schleyer auf Englisch \Kinderart/ gekleidet hatte ein kleine Stelle mit seinen Notten mitten im theater, und machte anfangs und lezt 3 Reverenz \recht herzig/ der Udienza. Er ist noch wunderswürdiger als der Friderica Kind. Die Laschi läst sich dir schönstens empfehlen, sie macht die Ser- vetta passabl, und ist ausserordentlich höÀich gegen mir und dir. Ich wolte nicht daß sie dich sehr überlüffen, der Junge soll ein artiger Mensch worden seyn. Adio ich bin dein bis in Tod getreüer Pirker>.@ NB die Stollische solle von Graf Ranzau ausgehalt>en@ seyn, es ist aber ein Ge- heimnis ein Geheimnis. >Nachschrift S. 1 oben:@ Schicke mir jederzeit das titlblat von eüeren Opern, denn ich will expressè die von Coppenh>agen@ auch haben. VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839, 1 Einzelblatt, 2 beschriebene Sei- ten Beschädigung durch Siegelöffnung und an den Faltkanten. THEMENKOMMENTAR: Franz gibt im vorliegenden Schreiben Einblick in seine Kopistentätigkeit: Er schickte Marianne eine möglichst platzsparend gestaltete Abschrift der Arie „Per quel paterno amplesso“, angelegt auf das Minimum der notwendigen Noten- systeme und mit Auslassungen in den sich wiederholenden Teilen. Da die Arie zwei Flöten vorsieht, die vielleicht in Kopenhagen nicht zur Verfügung standen, rät er, diese ggf. durch Geigen zu ersetzen. Bei der von Franz besuchten Darbietung im Drury Lane Theatre dürfte es sich um einen Theaterabend gehandelt haben, der nach dem Usus der Zeit von Musik- und Tanznummern umrahmt wurde. Der General Advertiser vom 3. November 1748 (stilo vetere) kündigt am Drury Lane Theatre eine Aufführung des Kauf- mann von Venedig an, u. a. mit folgenden „Entertainments“: Akt 1, ein Flötensolo vorgetragen von einem Kind, Akt 2 „A new Grand Ballet“ unter Mitwirkung von Anne und Janneton Auretti sowie eines Mr. Cooke (siehe zu diesem Tänzer auch Brief ௘ Nr. 89), Akt 3 ein „Comic Dance“ mit dem Titel The Savoyards, getanzt von
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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