Seite - 366 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
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366 Edition der Briefe
Brief Nr. 88
Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Kopenhagen,
24. Dezember 1748
A Madame
Madame Marianne Pirker pres>entement@ à Copenhagen.
No 33. \31./ Vom 24t>en@ >decem@bris A>nno@ >1@748.
London den 24t>en@ >decem@bris 1748
Herzallerliebste Marianna
Damit wir nicht aus der Correspondenz kommen, so schreibe ich diesen Brief,
weilen ich es verwichenen Freydag unterlassen, dir zu schreib>en@, indem ich
keinen Brief von dir erhalt>en@, obwohl>en@ die Post eingelauffen, heüte kan sie
des Windes wegen nicht kommen. Ich hoffe wohl von dir Brieffe zu bekommen,
wenn sie eintrift. Das nothwendigste, so ich dir zu bericht>en@ ist, daß mir Herr
Baron Weddekopf Capitain in Dänischen Diensten, und neveu von Chevalier
Wytch folgende recipisse von Lapis geschickt. Haye li. 17. >novem@bris Jތay recu
de Mademoiselle Chategnè un paquet arrivè de Londres par Monsieur le Baron de
Weddekop et>cetera@ Santo Lapis. Aus den Dato kanst du sehen, daß er es gleich
bey seiner Ankunft im Haag zugestellet. Ich habe mit nemlicher Post an dich,
und an Lapis geschrieb>en@ mit welcher Baron Weddekopf abgegangen, und dich
erinnert, daß Signor Mingotti an Lapis selbst schreiben solle. Solte ich nun wieder
mit dieser Spedizion etwa auch so glücklich seyn, als mit dem Coffre, so ist die
Schuld auch wieder nicht mir zuzuschreiben, und muß sichs zeigen, wenn x>
und wie das Paquet mit den Opern zu Haag, und Hamburg nach Dreßden expediret
word>en@. Solte Baron Weddekopf nacher Coppenhagen kommen, so erweise ihm
alle erlaubte HöÀigkeit, denn er ist ein recht wackerer und ehrlicher Cavalier, ein
Liebhaber zwar von Frauenzimmer, und verrachtet keine Kost, wo er zu kommen
kan, sonst ist an ihm nichts auszusezen. Hast du nicht etwa dem Jozzi was nemli-
ches geschrieb>en@, wie mir leztens? Denn ich erhalte keine Antwort von ihm aus
Paris, od>er@ hast du ihm was geschrieb>en@, daß ihm disgoustirt? Milord sagt man
solle auf Weyhnacht>en@ zahl>en@, etwas oder alles weiß ich nicht, Gott gebe, daß
nur eines wahr werde. Sie woll>en@ ihn den Monticelli zu Wien klagen, als aus dem
fundament, daß sie per publico divieto nicht die Anzahl der Opern od>er@ recit>en@
der rebellion wegen mach>en@ dörffen, so müste ihm auch an seinem Onorario
decourtiret werden. Er wird >S. 2@ wohl hofentlich so gescheid seyn, und sich zu
denfendir>en@ wissen, und sich auf die andern beziehen, denen nichts abgezogen
worden obwohl sie mit ihm einerley reciten gehabt. Lakmann ist zu mir gekom-
men, und wolte ich solte ihm in Wien 2 Zeügen verschaff>en@, die gegenwärtig
seyn müssen, wenn man dort>en@ wieder ihn die Sach>en@ agir>en@ wird, dieses
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur