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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 368 -
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368 Edition der Briefe meine Kaz mein Hofnarr. Hätte ich sonst keine Grillen, so würde \ich/ noch gut genug so hin leb>en@, bis Gott meine Erlösung schicket, doch hätte ich selbst nicht geglaubt, x> was die stille Ruhe und Einsamkeit seye. Real und seine Concubin leben wie vorher. Es ist noch niemand im Haus. Er hat fast alle gutte Kundschaft verlohr>en@. Der Junge \Mensch ihr amant/ ist ihm durchgegang>en@ \mit der Schuld/, und danket Gott daß er von der falschen und untreüen veränder- lich>en@ Hündin befreyet. Peter ist beym Portugesisch>en@ Gesandt>en@ recht gut accomodirt. Die Green ist immer verschlossen wie in Italien, man siehet sie nie. Gedenk das Wetter bringt die Giaccomazzi von Paris hieher. In den Zeittung>en@ habe ich geles>en@, daß ein Abbate Nicolini von Florenz weg>en@ allzu fab freyen Reden wied>er@ das Governo seye relegirt word>en@. Die Englische Freyheit wird Uns auch anhenken. Herrn Chechini kanst du sag>en@ ob ich nicht recht gehabt, daß Frankreich mit den Pr  tendent>en@ wie der Aff mit der Kaz spielen werde? Jezt haben sie \ihn/ aus der Opera in Arrest genomm>en@, und schick>en@ ihn mit Gewalt aus den Reich, weil er nicht gutwillig gewolt. Ich winsche dir ein glükliches Neües Jahr allen Seg>en@ von Gott und alles Vergnügen, und daß es dir besser als in allen vorig>en@ gehen möge, daß du mich immer mehr lieben sollest, wie ich dich, und daß wir Uns bald wiedersehen Adio dein bis in Tod getreüer Pirker>.@ >Nachschrift S. 3 links:@ Lasse doch einmahl den Camerdiener vom Wytch grüssen, daß es ihm kan weisen, er treibt es recht sehr. >Nachschrift S. 2 links:@ Ich habe auf des Walsch seinem Bene¿ce gespielt, und ihm einen ½ Guineé gegeb>en@. Bin ich nicht ein grosser und genereuser Herr? Ja wenn du wistest. VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei- ten Beschädigung durch Siegelöffnung und Riss auf S. 3/4. THEMENKOMMENTAR: Franz schickt gedruckte Ariensammlungen, um die Marianne für Mingotti ge- beten hatte (Brief vom 25. Oktober 1748, 60), zunächst mit Herrn Wedderkop nach Den Haag zu Sante Lapis , der sie dann auf dem Postweg nach Kopenhagen wei- terleiten soll. Nachdem Angelo Maria Monticelli , der sich in der Saison 1748௘ /49 in Wien aufhielt, seinen Prozess gegen den Earl of Middlesex in London gewonnen hatte, versuchte dieser ihn unter habsburgischer Rechtshoheit nun seinerseits zu be- langen. Es gab in den nach italienischem Usus abgefassten Verträgen von Sän- gern eine Klausel, dass die Gage im Falle höherer Gewalt (Theaterbrand, Krieg) oder eines Herrscherdekrets, das den Theaterbetrieb verbot (wegen Hoftrauer o. dgl.), nur proportional zu den wirklich geleisteten Auftritten ausgezahlt würde. Möglicherweise war in den Londoner Scritture des Earl of Middlesex ein solcher 75 80 85 90 95
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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