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der Briefe
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30 Brief Nr. 89
Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Kopenhagen,
31. Dezember 1748
A Madame
Madame Marianne Pirker pres>entement@ à Coppenhagen.
No 34. \32./ vom 31t>en@ >decem@bris >1@748.
London den 31t>en@ >decem@br>is@ A>nno@ 1748
Herzliebste Marianna
Esspettare, e non venire pp Heüte ist es der 4te Postdag, daß ich ohne Brief von
dir bin. Leztens sind 3 Posten auf einmahl gekommen, allein von dir war nichts.
Ich bin zum Dänisch>en@ Gesandt>en@ gelauff>en@ in Hofnung einen Einschluß
vieleicht, oder wenigstens eine Auskunft zu be meiner Beruhigung zu erfahren,
daß etwa der Wind von Dennemark nach Teütschland nicht günstig allein man
sagte mir, daß von \ x>/ 3 Postdägen Brieffe von Coppenh>agen@ eingelauff>en@,
aber ohne Einschlus an mich. Nun weis ich nicht was ich gedenken solle?
Ich will mich noch nicht beklag>en@, bis ich die wahre Beschaffenheit, wenn
es möglich, und Ursach erfahren, denn es ereignen sich Zufälle, die wir elende
Mensch>en@ nicht verhinderen können, sondern Geduld ist das einzige Gegen-
mittel. Mit einem Wort 1000 Gedanken sind hierüber mir beygefallen. Dein lezter
ist vom 3t>en@ >decem@bris datiret, und den 16t>en@ ejusde>m@ hier eingelauffen. Ich
habe dir seitdem den 17t>en@ und 24t>en@ >decem@bris geschrieb>en@. Dieses dienet
dir zur Regul um die Richtigkeit der Correspondenz zu wissen. Unterdessen hat
mich ein Brief vom Lieb>en@ Papa, nebst einen Neüen Jahr Wunsch von den
lieben Kindern in etwas getröstet, und ist merkwürdig, daß wir beede an 13t>en@
>decem@bris aneinander geschrieben, beede nach Erhaltung deiner Briefe, die zu-
gleich in Stutgard und London müssen eingetroffen haben, worinnen du unsere
Absönderung, und daß du es den Eltern geschrieb>en@, berichtet. Der heütige
Postdag ist des Gegenwindes halber ausgeblieben. Nun will ich dir ein und andre
Neüigkeit berichten. Lezten Samstag war der König in der Opera, und so viel ich
höre zimlich content. Der Prinz hat den Pertici, seine Frau, und Laschi zu sich
kommen lassen, wo sie gesungen und ihr terzet und anders mit grossen Applaus
agiret. Die Freymäurer sagen: Silentium. Lasse dir solches immer dein Symbo-
lu>m@ seyn, indem man mich versichert, daß es nirgend mehr, als dort, nöthig
seye. Jozzi hat mir von Paris endlich geschrieben, daß er grosse Progressen dort
zu machen hoffe, daß er bey den Prinzen von Wirttemberg aufgeführet, und dort
speisen, und spielen werde, worüber Reginelli grausam jaloux, der zwar beym
Hoffe gesung>en@, aber gar nicht gefall>en@ >S. 2@ ausser der Dauphine, und daß
sich jederman über ihm aufhalte, Es seye alles nicht wahr, was seine Freünde
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur