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der Briefe
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30 Brief Nr. 93
Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Kopenhagen,
7. Januar 1749
A Madame
Madame Marianne Pirker pres>entement@ à Coppenhagen.
No 35. \33/ Vom 7t>en@ Jenner A>nno@ 1749.
London den 7t>en@ Jenner A>nno@ 1749.
Herzallerliebste Marianna
Endlich habe einen so sehnlich gewinschten Brief, der vom 17t>en@ >decem@bris
>1@748 datirt, gestern erhalten. Es hätte mir derselbe sollen schon den heil>igen@
Abend, das ist Samstags bevorgestern werden, allein die bukelte Hündin meiner
HausFrauen Magd, weil sie ganz allein zu Haus war, liesse den Postmann unbe-
zahlter wieder weg gehen, weil sie kein Geld hatte, worauf ich einen grossen Zank
im Haus gehabt, und habe mit dem auszieh>en@ gedrohet, welches ihr zwar nicht
viel daran gelegen zu seyn schiene, ich muste aber Geduld haben, wie in allen
Sach>en@, weil es am besten fehlet, und ich sie schon von 2 Woch>en@ her nicht
bezahl>en@ können. Dieses a propos wie viel mir am Haus gelegen. Ich schreitte
aber zu was lustigeren, und werde das andere auf die lezt behalt>en@. Dein Brief
ist also bis Samstag gerechnet 19 Däge unter Wegs gewest. Nun hat mich sein In-
halt von der Königin, und deiner zweiten Beruffung unendlich consoliret. Ich will
dir auch mit nechsten ein kleines Englisches Gesang, so mir Monsieur Gusmann
zu besondern Gnaden zukommen lassen, weil ers auch so bekommen, und wirk-
lich noch in der Comœdie gesungen wird, und sehr schön ist, schicken. Ich hoffe,
daß dich Seine M>ajestät@ währender ihrer retirade, da Sie in kein offentliches
Divertissement kommen, öfters werden kommen lassen. Mit einem Wort, ich bin
hierdurch ganz wieder aufger>ich@tet word>en@, der heil>ige@ Dag aber ist mir die-
ses Briefes wegen 100 Jahr lang vorg>e@kommen. Wegen des Coffres bin ich noch
in 1000 Aengsten. Die Perl far>be von@ deinen neüen Kleid ist zwar schön, allein
gewisser Ursach halben, die du im Coffrè ¿nden wirst, nicht allzurecht. Magna
ingenia s pe conspirant. Das was du mir des frisirt>en@ Manteau geschrieb>en@,
verstehe ich zwar, es solle so gemach>t@ werden, und zwar so bald es möglich,
allein wie ich es schicken solle? begreiffe ich nicht. Mit der Uhhr >sic@ Ketten
hat es gleich Bewandnis, denn auf der Post sol>te@ es recht gesalzen kommen. Es
hat mir der dänische Secretair erzehlet, daß sie vor einen Pariser Calender von
dort bis hier 4 Guinées von ihm haben wollen. D>as@ Wachßtuch habe ich nicht
vergessen, sonder der Kaufmann in Panton Str>eet hatte@ dazumahl kein feines,
und Monsieur Holl der sich beym einpack>en@ befunde, und sa>h, daß@ ich derent-
weg>en@ emb\a/rassirt war, überedete mich, man bekomme es in Ham>burg@ eben
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur