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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
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389Edition der Briefe THEMENKOMMENTAR: Im Kommunikationssystem der Opernleute garantierte die diplomatische Kurierpost nicht nur die gesicherte Übermittlung von Sendungen, sondern war auch eine Möglichkeit, Waren kostengünstig zu verschicken. Infolge des Österreichischen Erbfolgekriegs, leerer öffentlicher Kassen und allgemei- ner Sparsamkeit war ein Opernprojekt in Den Haag nach Meinung Franz Pirkers 1748/49 wenig aussichtsreich. Erstaunlicherweise blieb der Impresario und Sänger Sante Lapis zu jener Zeit dennoch in jener Stadt, kompensierte ¿nanzielle Ausfälle möglicherweise aber durch breiter gestreute Aktivitäten im gesamten Gebiet der heutigen Benelux-Staaten. In Brüssel etwa waren die Bedingungen offensichtlich deutlich besser, denn im Sommer des Jahres 1749 zog es auch Francesco Crosa von London aus vorübergehend dorthin. Ab 1750 war die wirtschaftliche Lage zumindest schon wieder so gut, dass Crosa einen Vertrag in Den Haag unterzeichnete (Rasch, Italian Opera in Amsterdam, S. 118). Die Frage nach der Rangfolge der Sängerinnen innerhalb des Ensembles und in der Rollenhierarchie auf der Bühne beschäftigte Marianne ständig und sollte auch zu einem entscheidenden Aspekt ihrer Positionierung im Zuge der Verhandlungen Giuseppe Jozzis mit Pietro Mingotti werden. Franz greift deshalb ebenfalls das Thema der angeblichen Bevorzugung Teresa Pompeatis durch Gluck auf. In der Forschungsliteratur bisher nicht bekannt ist die von Franz referierte Kontro- verse zwischen Francesco Vanneschi , Antonio Joli und John Lockman auf der einen, und Francesco Crosa auf der anderen Seite. Sie mag symptomatisch für die unsichere Lage der Unternehmung Middlesex gewesen sein, da der „Milord“ selbst das Tages- management an Vanneschi übergeben hat, und dieser wiederum einen Teil seiner Ver- antwortung an den Ensembledirektor Francesco Crosa . Vor diesem Hintergrund nimmt es nicht Wunder, dass Antonio Campioni seinerseits Pläne hegte, eine eigene Impresa zu gründen. EINZELSTELLENKOMMENTAR: > einen so sehnlich gewinschten Brief, der vom 17t>en@ >decem@bris >1@748:@ Brief 87. > den Postmann unbezahlter wieder weg gehen:@ Portokosten wurden gemeinhin zwischen Versender und Empfänger geteilt. Wurde ein Brief bei Zustellung nicht bezahlt, galt er als abgelehnt. > von der Königin:@ Louisa von Dänemark , von der Marianne zu Privatkonzerten eingeladen wurde. > consoliret:@ beruhigt (Goethe-Wörterbuch, s. v. konsolieren). > Monsieur Gusmann:@ Herr Cosmann war der Schwager des Violoncellisten Joseph Marie Clemens Dall’Abaco . > in der Comoedie:@ Franz bezieht sich hier wahrscheinlich auf das Drury Lane Theatre (Londoner Theater ), das unter der Leitung des Komödianten und Tänzers John Rich stand. > Magna ingenia saepe conspirant:@ Große Geister stimmen häu¿g überein.
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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