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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 408 -
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408 Edition der Briefe Brief ௘ Nr. 99 Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Kopenhagen, 21. Januar 1749 A Madame Madame Marianne Pirker pres>entement@ à Copenhagen. No 37. \35./ vom 21t>en@ Jenner >1@749. London den 21t>en@ Jan>uarij@ 1749. Herzliebste Marianna. Nun sind wieder 14 Däge verÀossen, seitdem ich dein lezteres erhalten. Ich habe indessen 2 mahl an dich geschrieben, und dieses ist das 3te mahl. Hiemit schicke ich dir das versprochene Lied, du wirst besser als ich wissen, ob die materi für die Königin nicht zu lascio. Man sagte mir, weil es hier auf offentl>ichen@ Theatre ge- sungen word>en@, so seye kein Bedenken zu trag>en@. Es heisset ungefähr so: Lތa- mant presse pour obtenir la faveur pendnd pendant, que la belle la refuse par ses discours, et ne veut point rendre ses doux baisers, mais elle lތinvite des yeux: Puis feignant des pleurs, et de la colere, elle affecte un degout pour ce charmant plaisir, tandis que soupirant, mourante, tremblante elle est victorieuse dans le Combat. Das ist alles. Es hat keine andre Gesäze, aber die Musiqs ist herzig, und die Worte gut: alles, verstehet sich, nach Englisch>em@ goût. Jozzi ist bis dato noch nicht angekommen, und ich erwarte ihn stündlich und augenblicklich, habe auch von andern, so von Paris gekommen, gehört, daß er sobald als es bey Hof vorüber, hie- her kommen werde ohne Verzug. Ich habe schon ein Quartier vor Uns ausgesehen, wenn es ihm anständig, so werden wir solches gleich beziehen. Ich habe bedacht seyn müssen, daß wir beede unsre comoditet haben, und keinen a proportion zu theüer komme, welches nicht so leicht auszu¿nden. Die Schriften sind längstens in meinem eisernen Kästl verwahret, und ist dahero die geringste Sorg nicht hier- über zu tragen. Gestern hat die Giaccomazzi in des Palma Concert gesungen, und zimlich gefallen, ihrer Stimme meistens wegen, würde es auch noch mehr gethan haben, wenn die Galli sie nicht geschlagen hätte. Beede haben sich gebessert, die erstere seit S>an@ Gio>vanni@ Gris>ostomo@ um vieles, und die leztere hat gestern recht gut gesungen. Graf Haßlang sagte mir, daß ihre Stimme ins Zimmer zu stark, und nur für das theater, hingegen seye ihre ¿gur dort dissavantagieuse, und so ist es auch. Sie ist ein rechter VollMond, und um ein gutes dicker geword>en@. Sie hat brav gezittert. Ihr Großthun ist ihr ein wenig vergangen, und meine Räthe und Worte siehet sie als Evangelia an. Ich habe die Arien mit ihr müssen durch- gehen, wo ich ihr das distoniren treüherzig vertrauet, sie hat es auch erkennet. aber sie intonirt weit besser als in Venedig. Das Juchzen hat >S. 2@ \sie noch/ doch auch nicht mehr so sehr. Die Opera von Campioni ist durch die Frasi zu Grund 5 10 15 20 25 30
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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