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419Edition
der Briefe
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30 Brief Nr. 102
Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Kopenhagen,
31. Januar 1749
A Madame
Madame Marianne Pirker pres>entement@ à Coppenhagen.
No 38. \36/ vom 31t>en@ Jenner >1@749.
London den 31t>en@ x> \Jan>uarij@/ A>nno@ 1749
Herzallerliebste Marianna
>Zusatz von Giuseppe Jozzi:@
| Siccome >h@o veduto che altre Persone >h@anno av>u@to l’honore di scrivere
nell’istessa sua lettera, cosu Monsieur Pircher mi >h@a dato ancora a me questo
onore. mi rallegro dell’opere di carità che esercita per gli altri. | Endlich habe
ich nach 3 Woch>en@ und 4 Dägen gestern einen sehr verwirrt>en@ Brief erhal-
ten. Die mir darin auferlegte Comission habe zwar gleich verrichtet, allein mit
meinen grösten Unwillen und Schande muß ich bericht>en@, daß mich Chevalier
Wych mit gröster raison unverrichter Sach>en@ mit einer langen Nasen wieder
abziehen lassen, und ich muß bekennen, daß du mich eine sehr schlechte ¿gur
zu mach>en@ verleitest hast. Ich habe andrer Leüte ihr thun und lassen nicht zu
urtheilen, allein über dich nimmt es mich wunder, daß du nicht eine kleine Ein-
wendung gemacht. Ich schreibe nun alle seine Worte: Er sagte mir, daß wenn er
auch die Ehre hätte nur der Signora Beccaroni ihr Cassier zu seyn, so würde er auf
dieses Käßzettel kein Geld ausgelegt haben. Nun wüste er noch weniger, daß er es
Ursach zu thun hätte, indem die er von der Signora Beccaroni von Coppenhagen
aus nur einen einzigen Brief erhalten, diese Ausgabe aber hätte /: auch wenn er ein
Cassier wäre :/ eine >sic@ Avisobrief erfordert. Die Brieffe lauffen richtig genug
ein, zum Zeich>en@ dienet quella del Signor Suo Padre, worinnen er Scheermesser
bey Herrn Franz bestellet, die zwar schon bestellet, aber hier etwas theüer sind, ist
also destwegen keine Ausrede über Unrichtigkeit der Post zu machen, von diesem
Geld aber seye Ihm kein Buchstaben geschrieben worden, und er wüste nicht
wie das kämme, daß die Signora Beccaroni dieses Geld gebraucht, und daß du es
ausgeleget. Was solte ich darauf antworten? Es ist genug, daß ich den unwissenden
gemacht. Es ist also höchst nöthig, daß du alsogleich deine und meine reputation
durch ihre eigenhändige Zuschrift rettest, sonst könte er glauben, ich hätte
ihm unter dergleichen pr text Geld heraus locken wollen. Wo dieses nicht ge-
schiehet, so legitimire ich mich durch dein>en@ Brief, damit er sehen könn>e@
daß ich dergleichen zu thun nicht fähig. Lasse dieses keklich Monsieur Gluck
lesen, dem ich mich schönstens empfehle. Seine Uhr von Silber ist fertig, so er mir
das erstemahl ordinirt. Er solle auch eine von Pinchbeck bekommen, wie er sie
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur