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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 426 -
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426 Edition der Briefe 35 40 45 50 55 60 65 70 frieden seyn, weil ich das vorige quartier verlassen, der arme DeüÀ hat sich 4 Däg bey mir beholffen, und ich hätte es nimermehr geglaubt, wie sehr er beängstiget ist, und was er für eine ünbeschreibliche Hochachtung trägt, Stunden weis und alle Augenblick ist immer der selbe discours, er ist halb närrisch, und wahrhaf- tig sein interesse ist in sehr elenden Stand, daß ich genug an ihm zu trösten. Er hat 1000 projecten um sich zu helffen, und er will spricht schon wieder vom \weg/reisen innerhalb 8 Dägen. Ich weis Gott Lob Verstellung und Wirklichkeit wohl zu unterscheiden. In meinem leztern habe ich vergessen zu melden, daß der Chevalier Wyth fast dergleichen gethan, als zweifelte er, daß es der Signora Beccaroni Handschrift seye, welches mich nicht wenig geschmerzet, siehe also, ob ich Ursach habe es zu resentiren? und wenn ihr mich nicht legitimiret, so zeige ich ihm weiß Gott deinen Brief. Ich habe noch darzu den Verdruß, daß du wegen meiner auf dieses Geld staat gemacht, und ich in der grösten extremitet con le mosche nelle mani bleibe. Ich habe mir solches gleich eingebildet, und solches in deinem leztern, so ich vorgestern erhalt>en@, con¿rmirt gefunden. Du schreibst, es werde mich der Schilling reüen. Ganz und gar nicht, aber wohl schmerzet mich, daß du so wenig Zeit hast um mir zu ausfürlicher zu schreib>en@, also daß ich beeden leztern nicht klug kan werd>en@, od>er@ kein einziges Anzeigen habe, auf was für von meinen Briefen du mir antwortest, und nicht einmahl mit einen Wort vom Coffrè od>er@ Kleyd was gedenkest, da du doch weist, was für Sorg>en@ und Kummer ich dessentweg>en@ ausgestanden, und was für eine unbeschreib- liche Freüde ich gehabt hätte, wenn das Kleid nach deinen gusto gewest wäre. Ich habe ja mit so grosser Sennsucht darauf gewartet. Auf die reprochen hast du zwar nicht vergessen. >S. 3@ Ich bin dir sehr obligirt für die lezte wiewohl kurze Zuschrift. Wegen den Dienste von Dennemark sage ich, wenn sie dich recht wohl bezahlen, NB Erlaubnis dann und wann wegen anderswohin \geben/ in specie >m@üste es um die Kinder und Eltern zu besuchen und andern wichtigen Ursachen gleich im Fruhe Jahr bis künftigen Winter hin geschehen, so ist es eben nicht zu verwerffen. Des Milord seine Bezahlung bleibt noch beym alt>en@ ich lauffe mir schier die Füsse weg, und kan nicht einmahl das intere>ss@e erhalten, stelle alles meinen Stand vor, unterdessen bist du in der Meinung ich hätte mir mit den 20 Guinéen geholffen. Vaneschi hat mir gesagt daß er von Milord habe, daß ihm der Prinz von Wales erzehlet, daß er von Dennemark Nachricht bekommen, du wärest die favoritin von der Königin. Wa Den Jozzi freüet es und auch nicht, denn er förchtet, er bekomt dich nimmer zu sehen. Sein Fedelj, der der Mercurius selbst ist, und unser Mi, auf die du niemahl gedenkst, haben endlich Freünd- schaft, aber die Hündin ist ihr zu insolent und unruhig. Wir gehen heüte in die Burlesca auf die Galerie. Mit nechsten wollen wir dir Nachricht davon geb>en@. Sie mach>en@ die ¿nta Cameriera, und sie incontrirt sehr. Adieu Lebe wohl, und liebe mich wie ich dich küssend zu 1000mahlen, als dein bis in Tod getreüer Pirker>.@
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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