Seite - 432 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
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432 Edition der Briefe
Brief Nr. 105
Marianne Pirker aus Kopenhagen an Franz Pirker in London,
8. Februar 1749
A Monsieur
Monsieur Franoois Pirker a Londres in ball mall into the Stone Court near the
Karlton house.
>unbekannt:@ | Franco Amsterdam |
>unbekannt:@ | Amsterdam den 18. Febr>uarij@ 1749 P>e@r addresse van E>uer@
Ed>len@ D>ienst@W>illige@ Dien>er@ Cordes & Compa>gnie@ |
>Franz Pirker:@ | No 12 Den 8t>en@ Februar>ij@ |
Coppenhagen d>en@ 8t>en@ Febr>uarij@ 1749:
allerliebster pircker.
Ich bin nicht in wenig sorgen, weilen ich schon 6: posttäg keinen Brief von dir
erhalten, obwohln ich mir vorstelle daß die Brife allzeit unrichtig gehen zu winters
Zeit, jedoch beängstige ich mich daß dir etwa kein unglük arrivirt ist. ich schreibe
dir eine Zeit her nur einmal die wochen, indem ich nichts wichtiges habe, und dir
sowohl als mir jederzeit einen Schilling erspahre, geschiehet es alßo auß keiner
nachläßigkeit. Du wirst mit letzterer post einen Brif vom Impr>esario@ erhalten
haben, obwohln ich nicht weiß was er dir in selben geschrieb>en@, so muß dir doch
bericht>en@ wie sich indeßen seine umstände geändert, nemlich er bekame gestern
Briefe von Lapis daß die Burletta so zu london ist, die erlaubtnüß bekommen
hätte künftig>en@ winter in Holland zu spiehlen, indeme solche vom prinz und
prinzessin von Wallis recomandirt seyen, hinter dieße sache must du nun sehen
zu kommen, dann er schriebe ihm anfangs daß mann keinen andern als d>en@
Mingotti die Erlaubnuß geben würde und daß er deswegen 3. menorial >sic@ ein-
gegeben hätte, auf welchen seinen Brif der Mingotti schon resolvirt ware die
ganze Compagnie zu contractir>en@, jedoch hat es ihm Gott eingegeb>en@ daß er
solches nicht gethan, indeßen glaubt er daß etwa Herr lapis selbst>en@ mit dieser
Impressa vermenget ist, er schreibt daß sie im Monath May anfang>en@ woll>en@,
versaume alßo nicht alles gut außzuforschen, ohne jemals d>en@ mingotti zu nen-
nen, vor uns wäre es sehr gut geweßen, dann wir hätten dießen sommer bey unsern
Kindern zubringen können, und den Winter unser Brod in Holland gehabt, basta es
ist alles Gott heimgestellt, reusirt dießes nicht, so hofe jedoch mehr als zu Wien zu
gewinnen, wann ich mich auf der reiße nach Stuttgard nur an allen Höffen hören
laße, und villeicht ¿sche ich gar der stella ihren Dienst ab, dann sie sind alle auf
4: jahr des Dienstes entlassen. aber o Gott wann wirst du dan ein mal das Gelt zu
hofen haben? du wirst wohl ewig dort size>n@ ohne etwas außzuricht>en@, du must
würkl>ich@ darauf denk>en@, daß dir >S. 2@ der Milord eine monathliche
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur