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70 darzu. Wir sorgen Uns aber nicht, daß du darüber närrisch wirst, denn dein KöpÀ
weis sich schon zu helfen, es hat keine Noth. >S. 2@ Des Peters sein Brief bestehet
in blossen HöÀigkeiten, und bedeütet so zu sagen nichts, wie du vieleicht selbst
wohl wissen wirst. Er rathtet >sic@ mir meine Sachen hier zu enden, und wieder zu
dir zu kommen. Beedes winsche ich so sehr, als mein Leben, bevoraus das leztere,
denn ich kan x> fast nicht mehr, und mein \neüer/ Camerad macht mich vollends
närrisch. Wenn es nur in meinem Vermögen stünde, Wolte der Himmel Warum
schreibt er aber alles dieses? Ich verstehe wohl, daß er mich gern in Holland bey
sich hätte, denn er schreibt, er würde mich leichtlich auf dieser Reise zu sehen
bekommen. Sonst könte ich nichts daraus abnemmen, als daß ers so verstehen
müsse. Ich bin bereit, so bald ich mehrere Erleüterung hören werde. Ich glaube,
daß du dirs gerne einen Arschvoll würdest haben kosten lassen, wenn du Uns
hättest über alle diese Brieffe rahtschlagen können sehen. Mit einen Wort, wir
haben Uns entschlossen diesen Postdag keinem von allen beeden zu antwort>en@,
in Hofnung, es könte indessen ein Schreiben von dir einlauffen, und auch \um/
einen Postdag zu gewinnen, daß du Uns vorläu¿g berichten kanst, was wir zu thun
haben, künftigen Freydag aber als den 21t>en@ huius werde ich dem Peter, und er
dem andern unfehlbahr antwort>en@. Seine Anfoderung wird so seyn, wie ers dem
vorigen gethan. Die Kost aber will er nicht annemmen, schreibe indessen, wie
viel er beym gleich>en@ davor monatlich fordern solle, und ob es theüer zu leben?
Deine Antwort kan alsdenn allzeit ehender, als des andern seine kommen, worauf
er \alsdenn/ seine völlige Entschliessung geben wird. Imgleichen kanst du Uns
meld>en@ ob Brüssel, od>er@ Holland vor alle nicht anständiger? od>er@ ob es nicht
thunlich bis in August Holland mit zu nemmen? Soltest auch, wie du mir leztlich
geschrieb>en@, in völlige Dienste tretten, so wird der Hof über dieses billige Be-
gehren deine Eltern zu sehen, und die Kinder abzuhohlen leichtlich und ganz na-
türlich gerne einstimmen, und folglich könte>n@ wir wenigsten füglich zusammen
kommen, und miteinander die vorgesezte tour auf die Höfe vor nemmen, bis auf
den August ist es Zeit, denn dort schreibet er ihm ¿engen die fatiguen an bis zu
Ende des Carnevals dessentwegen glaubt mein Freünd auch, daß die obgemeldte
Forderung nicht zu viel für so lange Zeit, und viele Opern seyn würde. Er bietet
ihm Reisekösten, Wohnung und Disch an, er solle seine Anfoderung aber so bald
es möglich schreiben, und solche nicht gar zu hoch spannen. it>em@ meldet er daß
du ihn sehr gute Nachricht zu meines \dermahligen/ Bethgespans Vortheil gegeben
hättest, und daß er den Brief anfänglich dir als seiner guten Freündin habe zu-
stellen wollen, aus gewissen Ursach>en@ aber hätte ers unterlassen. Der arme
Deüfel hat 64 lb St>e@rl>ing@ Schulden in Frankreich gemacht, >S. 3@ und hat ge-
nug zu thun, wenn er sich retten will, unterdessen klagen wir einer dem andern
das Leid, und der gestrige Wechßelzettl /: wiewohl ich ihn noch nicht erheben
können :/ ist treÀich a tempo kommen, worüber er sich herzlich mit mir erfreüet.
In meinem Leb>en@ habe ich keinen elendern Fasching gehalt>en@, ja, ich weiß
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur