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70 scheint es mir eine intrique >sic@ von Lapis zu seyn, denn dieses weis ich gewis,
daß sie den Maestro Cochi, der in Buffa Opern excellirt, auf künftiges Jahr hie-
her verschrieben. Es müste nur seyn, daß sie vieleicht im Sommer über in Holland
zubring>en@, und im Winter hieher wieder wolt>en@, od>er@ daß sich die Compagnie
zertrennet, und etliche davon in Holland wolt>en@ kommen. Jozzi und ich wer-
den uns alle erdenkliche Mühe geben hinter die Warheit zu kommen, und es dir
vieleicht mit nechster Post bericht>en@. Mit lezter habe ich an Signor Mingotti ge-
schrieb>en@, und ich hoffe daß du meines vom 18t>en@ id e>st@ das leztere vor diesem
wirst erhalten hab>en@, in welchen ich dir >S. 2@ berichtet, daß der Skalabrini dem
Jozzi geschrieben, und was er darauf geantwortet, daß du Uns berichten sollest
was wir zu thun? Mit einem Wort lezter will alles thun und eingehen, wenn er
nur wieder bey Uns seyn kan. Mache also daß wir nicht alle beede zwisch>en@
2 Stühlen sizen. Schreibe bedachtsam, ausfürlich, verständlich, und ohne Verzug
über derley Sach>en@ von importanz. Er könte dem Mingotti auch in Holland vie-
les nuzen und dienlich seyn, massen er sehr viel dort gilt, und er mag im theater
kalt od>er@ warm seyn, so würde er dennoch in Holland, od>er@ Brüssel gefallen,
und beliebt seyn. Diesen lezten Ort lasse auch nicht ausser acht, überlege alles
wohl, damit wir einen gewissen Winter od>er@ Carneval haben. Er will Uns als-
denn auch auf der Reise compagnie mit mach>en@, und dahier ¿nden wir es nicht
seine Convenienz zu seyn mit einer solchen Burantin opera und kleinen theater
sich zu exponir>en@, zudem es ist es auch schon zu spät, allein ein Concert will
er mach>en@ in form eines Bene¿ce, und daß sobald es möglich, damit er unter
Geld kommt, die Reise mit Uns zu thun. Nun weist du seinen Willen, du kanst
auserlösen, was dir am besten gefällt, und zum rathsamsten ist, denn daß er dem
Skalabrini so geschwind geantwortet, ist darum geschehen, weil er gehoffet, du
würdest dort, und in Diensten bleiben: Ist dieses richtig, so wird er sich schon
zu einer discret>en@ pr tention verstehen. Du schreibst aber nichts mehr davon
\id e>st@ Dienst/, wenn du demnach deine intention anderstwohin hast, so gehet
alles wieder mit dem Skalab>rini@ zuruck. Die Reise nach Teütschland muß im-
mer vor sich gehen, es mögen ausfallen was es wolle. Der Papa hat mir auch
geschrieb>en@ und macht die Dahinkunft sehr pressant, wie er denn auch so an dich
geschrieb>en@ zu hab>en@ meldet, und eine Antwort erwartet. Wegen des Geldes
von Milord habe ich dir in meinen vorigen genugsam zu verstehen gegeb>en@ in
was für einem Stande sich die Sachen be¿nden. Ich will ihn tormentir>en@, auf-
pässen, und verfolg>en@ genug, ob es aber helfen wird weis der Himmel. Getraust
du dir ein recomandation an hiesig>en@ Gesandt>en@ wegen \unsers Gelds/ aus zu
wirken, ist es das allerbeste, wie wohl mir Herr von Zeher schlechte Hofnung
hierzu gegeb>en@, und mich fast von diesen Gedank>en@ abgebracht, gleichwie ich
dir leztens geschrieb>en@. tentare licet. Auf die Miladies How, und Midlesex hast
du auch gänzlich vergess>en@, auch auf der ersten ihr>en@ Brief kein Wort mehr
davon in deinen Schreib>en@ Meldung gethan. Es kommt dir erschreklich schwer
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur