Seite - 470 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
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470 Edition der Briefe
Brief Nr. 114
Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Kopenhagen,
11. März 1749
A Madame
Madame Marianne Pirker pres>entement@ a Coppenhagen.
No 44. \44./ 42. Von 11t>en@ Martij >1@749.
London den 11t>en@ Martij A>nno@ 1749
Herzallerliebste Marianna.
Niemahls habe ich dein \ein/ Schreib>en@ von dir so geschwind erhalten, als dein
wehrtestes leztere von 1t>en@ hui>us@. Herentgegen förchte daß ein grosser Theil
unsrer Brieffe spät ankommen werd>en@, weil der Wind völlig entgegen zur Ab-
reise. Ich habe indessen seit den von 25t>en@ Febr>uarij@ so ich dir p>er@ Einschluß
geschicket, den 7t>en@ huius an dich geschrieben, welches du hoffentlich wirst erhal-
ten haben, indem ich immer die Abreise des Dänisch>en@ Couriers gehoffet, wel-
cher aber noch immer hier lieget, und ich kan wohl sag>en@ wie des Signor Angelo
sein Gesang chi è pi sfortunato di me. Wir haben beede dessen schleinige Ab-
reise gehoffet um dir eine surpresa zu mach>en@, jezt muß ich dir aber mit Gewalt
schreib>en@ was in dem Paquet. Den Brief habe ich wieder zuruckgenohm>en@, und
werde ihm einen neüen mitgeben, weil sich indessen vieles geändert, und theils in
meinem vorig>en@, und jezigen berichtet. Ein Brief von Herrn Jozzi ist noch bey
ihm, welcher sehr alt ankommen wird. Dieser will keinen neüen Schreib>en@, weil
du ihm nicht geantwortet als nur im Scherz, und dieses mahl gar nicht, er hat auch
recht, und die Gleichgiltigkeit so du bezeigest, ob er künftig>en@ Winter mit Uns
en Compagnie seye oder nicht, schmerzet ihn nicht wenig, wenn du mich also lieb
hast, so schreibe wie es sich gehöret nicht piquant, equivoque, noch so kaltsinig,
als ob dir an seiner Freündschaft gar nichts mehr geleg>en@, ich hoffe wenigstens
noch vor meiner Abreise ihm dieses Vergnügen mach>en@ zu können. Ich habe
dir destwegen ja öfters sehr nachdrücklich geschrieben. Solte aus Brüssel od>er@
Coppenhag>en@ mit ihm was werd>en@, so will er sich eine falsche scrittur mach>en@
lassen, daß er in Monat May schon dort seyn müsse, um nur zu Uns zu kommen,
denn wieder ohne Ursach so \nicht/ einen erheblich>en@ Vorwand hat, von hier ab-
zureisen, wäre seiner Ehre gar zu nachtheilig. Er hat eine ausgesucht und die Uhr-
ketten mit eingekauft, die der Courier mitbringet, auch statt deines sein Of¿ciu>m@
mit geschickt und ausgedauscht, er hat auch alles mit eigener Hand selbst ein-
gepacket, und mich nichts thun lassen. Es blutet ihm das Herz, daß wie mir, daß
wir nicht im Stande dir was mehrers zu schicken, wie seine intention wäre und
auch meine. Bite mir aus mir nichts von Turcotisch>en@ Sach>en@ zu meld>en@,
denn jezt ist es nicht mehr der Mühe werth, weil ich alles selber mitbring>en@
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur