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70 werde, und der Courier würde es auch schwerlich angenohmen haben. Apropos
bi>tte@ dich gegen ihn höÀich zu seyn und ihm deine Dienste id e>st@ im gebür-
lich>en@ zu offerir>en@. Ich habe ihm mit einer Jozzisch>en@ und Jomellisch>en@
Sinfonie >S. 2@ und ein>em@ a Trè von Dubourg ein present gemacht. Es ist eben
nicht nöthig daß sonst jemand weiß, daß du was durch ein>en@ Courier erhalten.
Wäre von Wich das Geld eingekommen, so hätte ich vieleicht die Uhr selbst
mit gebracht gegeben. Das beste wäre gewest, so du den Brief in mein>en@ ein-
geschlossen hättest, so hätte ich ihn selbst eingehändigt, und alsdenn hätte ers nicht
läugnen können. Ich habe den Brief selbst gesehen von Hamburg, wo darin stehet:
es seye eine Rede hier in Hamb>urg@ Monsieur Gluck hätte die Signora Beccaroni
geheürathtet >sic@. Du schreibst nichts was mit der Turcotti, und Hager wird? Es
ist ganz richtig, daß der Lapis wegen der hiesig>en@ Buffa compag>nie@ gelog>en@,
denn aufs Jahr spiel>en@ sie wieder hier, und Opera seria solle auch werd>en@,
aber Englich. Ich vertraue aber dieses leztere von der serieusen \dir/ ganz allein.
Wegen Brüssel dauret es mich rechtschaff>en@, daß alles schon solle verstellet
seyn. Wir wollen hören, was auf des Jozzi seine 2 Brieffe für eine Antwort fol-
get, der vertrackte contrair Wind wird uns solche lang aufgehalt>en@ hab>en@, wie
vieleicht gegenwärtig>en@. Der Courier aber ist nicht des Windes weg>en@ hier
aufgehalt>en@, sondern der langsamen expedition des gut>en@ alt>en@ Gesandt>en@,
od>er@ vieleicht hält er ihn wegen der \bis auf die/ Entbindung der Prinzeß von
Walis so lang hier auf. Der Laschi und sie gehen noch immer unterweil>en@ zum
Prinz>en@. Der Cammerdiener vom Witch hat mir geschwor>en@, sein Herr hätte
keinen Brief erhalt>en@, morgen gehe ich wieder zu ihn, und ich werde meine Plag
beym Milord und durch den Drechß auf das eifrigste fortsezen, um dich so bald es
möglich recht embrassiren zu können, du schreibst freilich mir grossen Trost zu,
daß ich nur Grillen in Kopf des wegens wegen habe. Gott gebe es, so bin ich der
glücklichste Mensch von der Welt, solte ich aber mit der Zeit das Wiederspiel er-
fahren müssen, so kanst du dir das Unglück leicht vorstell>en@. Unterdessen werde
ich mich allgemächlich zur Reise anschicken, und alles in der Welt thun um Geld
zu erhalt>en@. Lasse unterweg>en@ dem Milord insolent zu schreib>en@, denn es
wäre sonst alles auf sein Lebensdag verlohr>en@. Er macht wied>er@ auf das Jahr
Opera wie ich schon geschrieb>en@, und heüte hat der Crossa seine Bene¿ce, daß
also die ganze Welt erkenn>en@ muß, daß er nicht der wahre impressario, sondern
der Milord. Ich danke dir für den Titl, Arien und gratulire dir zum applaus, wie
auch der Jozzi, er läst sich dir schönstens und 1000mahl empfehl>en@. Er wird dem
Scalabrini heüte od>er@ mit nechster Post /: wenn er nicht so bald nach haus kommt
heüte :/ wieder schreiben, und ich habe ihm alles wohl eingeprägt und explicirt,
auch seiner freyen Wilkür überlassen. Von Brüssel sagt er mir sehr viel gutes für,
und es schmerzet ihm die Zeitung, so du Uns der Pantomimi wegen geschrie-
ben. In meinen Vorig>en@ wirst du vernohm>en@ hab>en@, daß der Guilaume ohne
Reginelli hieher gekommen, daß er vorgiebt, er wolle nach Holland pp und daß
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur