Seite - 472 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
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105 wir auf Brüssel, Amsterdam, und Stutgart geschrieb>en@, damit sich alle wegen
seiner zu richten wissen. Wenn dem Scalabrini die Recita \ Impresa / aus den
Händ>en@ solle \noch/ gespielet werd>en@, so solte es mich >S. 3@ vom Herzen er-
freüen, und wir müssen zusehen dem armen Jozzi auf künftig>en@ Winter was
auszu¿nd>en@. La ¿nesse de la cousine will nichts anders sag>en@, als daß wir
geglaubt, du hättest die Sache so künstlich gekärtelt, daß der Scalabrini an ihn
geschrieb>en@. Wegen deiner habe ich allezeit geschrieb>en@, daß du selbst am
besten wirst erkenn>en@ und auserwähl>en@ könn>en@, was Uns am nüzlichst>en@,
und bishero ¿nde ich deine sentimenti hierinfalls ganz gut und vernünftig, und
eines Theils freüet es mich das du mit gesunden Juditio raisonirest, ohne auf mei-
nen Bethgespan zu reÀectir>en@, wenn es nur nicht aus einer andern Ursach etwa
geschiehet. Du wirst mich schon versteh>en@, wo mich der Schuhe druckt. Im
Paquet ist ein Muster für ein>en@ Manteau, wie du verlanget hast. Siegel Lein
Wachß Leinwat, Uhrkett>en@, was mich schmerzet, der Psalm o Dio perché p daß
dieser so spät ankomt. Ein Menuet von Jozzi, der aber ohne seiner Art und Gusto
nicht herauskommen wird. Er hat zwar seine Meinung zimlich aus x> gesetzt
mit Appoggien pp. Das Of¿ciu>m@, und die EnglischeGramaire. Merci>e und@
Aurettisch>en@ empfehl>en@ sich, it>em@ Paradis welcher schier gestorb>en@.
Die Frasi macht die Susana >in@ Händels Oratorio, o che casta Susanna Du
schreibst mir nichts von der Madame Fabris, und von Schiavonetti. Dem Philip
recomandire ich dir, weil wir recht überlegt, daß er dir auf der Reise so getreü
gewest, wenn er gleich ungeschickt. Du hättest seinetwegen in grosse Gefahr
od>er@ Unglück kommen könn>en@. Schreibe mir auch eine List>a@ wie viel Brieffe,
und die datta davon, du an mich geschrieb>en@ seit 2 Monat her, daß ich weiß
>ob@ keiner verlohr>en@, und ob mein langer Brief, den ich an Weihnachten ge-
schrieb>en@ wohl condionirt seye angekommen weil ich geforcht>en@ man könne
ihn lesen. Schicke sogleich die Wörter, und Aria in klei>nen@ von Jozzi, daß er
sie gar verfertig>en@ kan. Der Jozzi hat ihn Paris erfahr>en@, daß die Charlotte
Kemptorn sterblich in Reginelli verliebt war, sie hat es selbst jemand dort ver-
trauet. Wer hätte wohl dieses glaub>en@ sollen? Vergesse auf des Jozzi Aria nicht.
Ein wunderschönes theater ist in Brüssel, wie a S>an@ Gio>vanni@ Grisostomo, und
noch schöner. Bis hieher habe ich auf den Jozzi gewartet des Rings wegen, er muß
aus soupir>en@>.@ Adieu liebe mich wie ich dich ich bin dein bis in Tod getreüer
Pirker>.@
Ich muß diesen Brief unter deiner Adress hazardir>en@, weil ich den Ring nicht
habe um die Post nicht zu versaum>en@.
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei-
ten Beschädigung durch Siegelöffnung.
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur