Seite - 484 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Bild der Seite - 484 -
Text der Seite - 484 -
484 Edition der Briefe
75
80
85
90
95
100
105
110
115 Er würde bald in Ungnad>en@ kommen, und Scalabrini ist ja von ihm durch seine
gedrukte Canzonetta die ich hier bekommen für den grösten Esel declarirt
word>en@, wie sind denn Pontius und Pilatus wieder gute Freünde geword>en@.
Was hast du mit dem Buch gemacht, so ich für ihn geschikt? hätte ich den-
selb>en@ h halb>en@ Guinée an heil>igen@ Weihnachtsdag gehabt, du verstehst
mich schon. En¿n Jozzi sagt, du sollst \dich/ wohl bezahl>en@ machen, er will mit
dir a vicenda bald 1mo bald 2do Uomo mach>en@, und die Mariuggia 2da Donna>.@
Ecco das sind 3 Vorschläge, wo ich dir und mein>en@ gutt>en@ Freünd>en@ id
e>st@ Jozzi und Mingotti zu dienen pr tendire. Suche das beste davon aus, und
was zum thunlichsten. Mingotti könte durch dich dem Tarvis und andern Com-
pagnon durch den Sin fahren, und er weis daß ich ihm öfters wohl gerathen, und
aus diesen 3 Vorschläg>en@, wenn er die behalt>en@ müste, die >S. 4@ Scalabrini
accordiret, ist der lezte wegen Coppenhag>en@ zu versteh>en@. Declarirt ein wenig
beyn Hof /: aber nicht du directè, sondern sotto lތaqua :/ was sie für Spizbub>en@,
und daß sie dich niemahls tractirt, und daß sie nimermehr ihr Wort werd>en@
halt>en@ könn>en@, daß auf ihre Conditiones kein rechtschaffenes subjectu>m@
kommen wird, wohl aber schlechtes Gesindl, und daß der Hof wird Verdrußes
genug bekommen ihrer gemacht>en@ Contract>en@ halber, denn sie hab>en@
nirgends keinen Credit noch Italien, noch anderswo, es kennt sie auch kein recht-
schaffener Mensch ausserhalb. Man weiß auch nicht einmahl daß sie auf der
Welt. Mingotti kan hieraus seh>en@, daß ich gleichfalls nachdrücklich auf sein
Intere>ss@e gedenke, explicire ihm alles wohl, nebst einen höÀich>en@ Compli-
ment von mir. Gestern haben wir eine kleine Accademie bey Uns gehalt>en@,
wo Jozzi und Merciè, der sich schönstens empfehlen läst, einand>er@ das erste
mahl gehöret, hernacht trunck>en@ wir deine Gesundheit, und als wir die Gläser
zusammen gestoss>en@, Schüttet>en@ Nicolai und ich den Wein über des erstern
Manchet ab, Jozzi wolte remittir>en@, und wurffe zu gleicher Zeit einen Leichter
über den Tisch Merciè unter die Füsse, daß er aufspring>en@ muste um nicht
gebrent zu werd>en@, alles war in ein>em@ Huy, und zugleich, daß wir halb Tod
Uns lacht>en@, allein ich dachte gleichwohl, ob es eine gute od>er@ schlimme
Bedeütung habe? Wo warst du gestern den 15t>en@ Nachts nach 10 Uhr? ich bin
es curios zu wissen? Heüte Frühe war in Unsern Schlafzimer in der fruhe Feüer
angezündet, die Thür war verschlossen, und gestern den ganz>en@ Dag war keines
in selb>en@ Camin. Monsieur Zeher fängt mir an Bang zu mach>en@, denn von
Wienn giebt mir kein Mensch Antwort des Borosini auf meine Brieffe. Gott
helffe mir aus dieser affaire. Pertici, und Laschi gehen noch imer zum Prinz>en@,
sind aber gegen einand>er@ wie Hunde, und Kaz>en@. Die Prinzeß ist noch nicht
entbund>en@. Der arme Mi hat einen elend>en@ Tod genommen. Er wurden
>sic@ von ein>em@ Hund geschreckt, und verkroche sich in ein Closet hinter
ein>em@ Packoff>en@, wo er muß versperet word>en@ seyn, und er wurde nach
etlich>en@ \Dagen/ todt gefund>en@, wo er vom Hunger und Hize verschmacht>en@
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur