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30 Brief Nr. 120
Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Kopenhagen,
25. März 1749
A Monsieur
Monsieur de Teibern Secretaire de Legation de Sa Majesté Le Roy de Polonie à
Coppenhagen.
No 48. 46 Vom 25t>en@ Martij >1@749.
London den 25t>en@ Martij 1749
Allerliebste Marianna
Ich muß dir den Ausgang der Sache mit hiesigen Opere Buffe schreiben, indem
ich schon wieder 3 Posttäge keinen Brief erhalte, obwohl>en@ der Wind gut hieher.
Gestern und vorgestern hat Crosa gedrukte Billiets herumgeschickt, und selbst
ausgetragen, daß heüte keine Opera seyn solle, und heüte ist sie dennoch. Es Ist
sich so wenig in Sie zu schicken, als wie in das KesselÀicker Gesind. Ich verstehe
es nicht, und nach der Opera will ich dir schreib>en@, was für ein Haus gewesen
seye, denn es ist noch darzu die neüe Opera I 3 Cicisbei. Unterdessen sehe ich
eine schlechte, od>er@ gar keine Hofnung für mich, wie ich wegkomme, denn bis-
hero ist mirs unmöglich gewest mit dem Hund id e>st@ Milord zu sprech>en@, und
schreiben läst er bis am jüngsten Dag, und giebt keine Antwort. Figurevi mit allen
den troublen wird er auf Uns gedenken. Trechß sagt wenn er mit ihm spricht so
wird er so irritirt seyn, es für eine Verklagung aufnemmen, und mir alsdenn gar
kein >Kreuze@r geb>en@ bis zur Verfallung des Billets, indem er ohnedem das Heft
in Händen hat und immer bis auf selb>en@ termin \Uns/ anweisen wird, und wenn
er jezt was zahlet, so wird er es mir aus besondern Gnaden gethan zu haben ver-
stehen. Gott stehe mir bey. Jozzi schickt heüte die Antwort an Scalabrini. Er giebet
dir aber eine Comission verstehe NB, wenn du dort bleibest, daß du dich kanst
in das Mittl sezen, und 500, od>er@ auf das eüsserste 450 Duc>a@t>en@ es treiben,
und dieses thäte er nur allein um wieder in Compagnie mit Uns zu seyn. Seine
Antwort ist höÀich doch subtil x> und ein wenig puntilios auf die offerte von
300 Duc>a@t>en@ Quartier, und Reisekösten von hier und zuruck frey, denn Scala-
brini hat auch sehr höÀich geschrieben. Er beziehet sich auf eine Person, die er
nicht nennet, die in der Sachen wird Comission haben Mediateur zu seyn, und
NB: das beschlossene hieher zu schreiben, >S. 2@ worauf auf das aller schleinigste
die rati¿cation von hieraus erhalten solle. Findest es nun dem interesse des Signor
Jozzi als eine wahre Freündin convenabl, und deinem eigenen, so kanst du mit
Scalabrini sprechen, wo nicht, so hebt die Antwort des Signor Jozzi alles von sich
selbsten auf. Er will etwas wegen Unser sacri¿ren, auch wegen der vicenda od>er@
sonst accomodirung des parte 1ma del Uomo, so wie ich in meinem lezteren von
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur