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65 21t>en@ geschrieben. Im übrigen kanst du dorten alles besser reguliren, als wir es hier
einsehen können. Ingleich>en@, wenn du nicht mit Ihm von dieser affaire zu spre-
chen für gut be¿nden wirst, so bringe es wenigstens bey Hof, und unter Adel unter
die Leüte um ihm den Haaß über den Hals zu zieh>en@, was sie für eine schöne
Compagnie zu hoffen hab>en@, wenn er einem Musico vom Rang solche offert>en@
zu mach>en@ sich nicht schämt, für so zu sag>en@ ein ganzes Jahr. Gestern war
Signor Jozzi in einer gross>en@ Accademie bey der Miß Bern dort sunge die Galli
deine Aria se spuntan le Rose pp um eine Finesse, wie sie sagte zu machen, allein
sie machte ein cacata, und Jozzi liesse just beym trillo mit dem Clavir zu Àeiß im
Stiche. Monsieur Merciè hat bey unserer Taffel introducirt, daß fast jedermann
deine Gesundheit allzeit trinket. Monsieur Wright läst sich auch empfehl>en@,
und hat mich zu sich eingeladen. Heüte ist der Auretti ihr Bene¿ce. >Zusatz von
Giuseppe Jozzi:@ | In questo punto arrivo in casa, e vi saluto di tutto mio core
se le cose si metteranno con quelle convenienze già descritte da Monsieur Pirker
non avrei alcuna dif¿coltà di accettare quantunque le fatiche sarebbero grandi, ma
ciò farei per avere il piacere di vedervi unތaltra Volta ogni quando Voi dovresti
esservi altrim>en@ti non me ne curo, e se ciò manca, chi sà quando pi avrò
il contento di abbracciarvi. addio Mia Cara Marianna sono ancor vergine.
| >S. 3@
Die Opera Buffa ist heüte auf Befehl des Duc de Crafton representiret worden.
Der erste act ist recht schön, lustig, und von besondrer invention allein die lezten
2 passir>en@. Bis auf künftigen Posttag werde dir bericht>en@ was die Sachen mit
der Opera für einen Ausgang genommen, denn heüte hat sich Duc de Crafton nur
des Plu Publico wegen darein gemischet, welches nicht gewust ob Opera seye,
oder nicht? Wenn dich Scalabrini fragen solte, ob du keine Comission hast mit
ihm zu sprech>en@, und du hast wohl überleget und befunden daß nichts zu thun, so
darfst du keklich alles leügnen, und sagen du weist um nichts, du hättest zwar von
ihm und mir Brieffe, allein sie meldet>en@ nicht das geringste von dieser Sache.
In der Opera waren sehr wenig Leüte der obgeschriebenen Confusion halber. Eine
Aria werde ich für dich copiren lassen sie wird just a propos seyn. Adio. Ich küsse
dich zu 1000 mahlen allerorten, seye mir getreü. Ich bin dein bis in Tod getreüer
Pirker>.@
Ich wünsche dir glückseel>ige@ OsterFeyerdäge und alles Vergnügen, die OsterEyer
will ich mitbring>en@.
Vi auguro Felici Feste, come a tutta la Cara Famiglia, e per me ve lތauguro senza
ovi Aff>ezzionatissi@mo Consorte Fr>an@ce>sc@o Pirker>.@
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei-
ten, 1 Zusatz von Giuseppe Jozzi Beschädigung durch Siegelöffnung.
THEMENKOMMENTAR:
In diesem Brief erläutert Franz die Konditionen, zu denen Giuseppe Jozzi mit Paolo
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur