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der Briefe
Scalabrini in Kopenhagen einen Vertrag eingehen wollte. Zugleich markiert das Schrei-
ben den Einstieg in eine lange Diskussion, zunächst die Verhandlungen mit Scalabrini ,
später dann ebensolche mit Pietro Mingotti betreffend. Scalabrini hatte Mingotti der
Kopenhagener Impresa entheben lassen, um selbst ein Ensemble für das Hoftheater auf-
zubauen, musste diese aber wieder an letzteren abgeben. Mingotti versuchte daraufhin,
die bereits von Scalabrini angeworbenen und mit diesem in Verhandlungen stehenden
Kräfte zu den bereits bestehenden Konditionen zu übernehmen, was im Falle Jozzis zu
einem längeren Gefeilsche um Gage und Reisekosten führte.
Die Verfügung des Duke of Grafton trug vermutlich dem Umstand Rechnung, dass das
Londoner Publikum bereits für die kurzfristig abgesagte Aufführung bezahlt hatte, und
angesichts der schwierigen ¿nanziellen Lage der Impresa die Gefahr eines Verlusts dieser
Gelder bestand.
EINZELSTELLENKOMMENTAR:
> Monsieur de Teibern Secretaire de Legation de Sa Majesté Le Roy de Polonie:@
Zu dem Legationssekretär gibt es keine weiteren Informationen Friedrich August II.
(1696 –1763), Kurfürst von Sachsen, war als August III. König von Polen.
> Crosa:@ Giovanni Francesco Crosa , Impresario.
> gedrukte Billiets « heüte keine Opera:@ Franz schreibt am 25. März stilo novo,
also am 14. März nach julianischer Rechnung. An diesem Tag wurde La commedia in
commedia gegeben (King /Willaert, Giovanni Francesco Crosa, S. 274).
> I 3 Ciscisbei:@ Li tre cicisbei ridicoli von Vincenzo Legrenzio Ciampi.
> Milord:@ Charles Sackville, Earl of Middlesex , Impresario.
> ¿gurevi:@ ¿guratevi, stell dir vor.
> Trechß:@ Person nicht näher identi¿zierbar.
> kein >Kreuze@r geb>en@:@ Kreuzer (Währungen ).
> bis zur Verfallung des Billets:@ Bis zur Fälligkeit.
> an Scalabrini:@ Paolo Scalabrini , Kapellmeister in Kopenhagen.
> 450 Duc>a@t>en@:@ Dukat (Währungen ).
> puntilios:@ Ital. „puntiglioso“, eigensinnig, starrsinnig.
> den Haaß über den Hals zu zieh>en@:@ Den Hass auf den Hals zu ziehen.
> Academie bey der Miß Bern « die Galli:@ Die Veranstalterin der Akademie lässt
sich nicht näher identi¿zieren. Möglicherweise bildet „Bern“ nur den Anfang ihres Nach-
namens, da sich zwischen diesem Wort und dem folgenden eine größere, für Franz Pirkers
Schreibstil unübliche Lücke be¿ndet Caterina Galli , Sängerin.
> Aria se spuntan le Rose pp:@ Marianne hatte 1746 in der Oper Mitridate von
Domingo Terradellas als Laodice eine Arie „Se spuntan vezzose“ zu singen.
> Monsieur Merciè hat bey unserer Taffel introducirt:@ Das Wort geführt.
> Monsieur Wright:@ Person nicht näher identi¿zierbar.
> der Auretti ihr Bene¿ce:@ Der General Advertiser vom 11. März 1749 (stilo
vetere) kündigt für den 14. März (stilo vetere, = 25. März stilo novo) ein Bene¿z für
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur