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70 auf 18 lb in allen und allen in Heckfords Rum. Zu seiner Zeit wird ers schon zu
wissen bekommen, wer ihm geholffen. Bedenke ein und anders. Meine gröste
Sorge ist, daß ich wohl weis, daß du den Mingotti nothwendig hierzu hast, und
dieses ist anderer Ursachen halber so gefärlich, daß ich zittere wenn ich daran
gedenke wegen der Dankbahrkeit. allein ich will dennoch hoffen, daß du bilig
gedenken und handeln wirst, und solche raisons vorschüzen, in specie der Aloysia
wegen, od[er] als ob der Papa geschrieb[en], sie such[en] am Hof einen Musico,
od[er] wende mich vor, daß du mir so viele Comissions gegeb[en], an denen du
hernach gewinnen wirst. Ich erwarte zwar Postdäglich Antwort auf meine öftere
Projecten die ich seinetwegen gethan, und unsrer aller wegen, allein wenn alles
fehl schlagen solte, so habe ich noch diesen leztern Brief und inständige [Bi]te
als das lezte und eüsserste HilfsMittel wollen abgehen lassen. Ich [sch]wöre
anbey zu Gott, daß er kein Wort hievon weis, lasse dich also ja nichts merken. Mit
leztem Postdag hat er wieder Brieffe von Madrit erhalten von dem, der ihn von
Paris aus umsonst mitnehmen wollen, allein er hat aus Rom andre Brieffe, was für
eine Compagnie dieses Jahr hirein gehet, destweg[en] will er eine so weite Reise
nicht hazardir[en] ohne bey der Opera gewis emplojrt zu seyn, dazumahl aber
wäre er noch a tempo gewest, er betheürt mir aber höchlich, daß er sich so weit
zu entfernen unmöglich entschliessen können wegen der Uns am besten bewusten
Ursachen. Hilf Himmel, was soll ich der verlohrnen Brief /: davon du in mein[em]
leztern von 8t[en] hui[us] die Lista wirst gefunden haben :/ gedenken, er hat
auch 3 von Paris aus geschrieb[en], von dir aber kein[en] einzig[en] \davon/, als
den von [Decem]br[is] der ihm hieher nachgeschikt word[en], und worüber er so
lamentiret hat, erhalten. Das mus ein verÀuchte Post seyn. Der Milord hat \macht/
mich wieder laufen, warten, aufschieb[en], von Pontio zum Pilato pp Das ist alles
was ich dir hierüber schreib[en] kan. Nun hat Vaneschi wied[er] den Crosa eine
ganz relation im Druck heraus gegeb[en], die Antwort wird auch mit nechsten
herauskommen. Crosa hat das kleine theater auf künf[S. 3]tiges Jahr gemiethet,
und glaublich wird Laschi bey Ihm sing[en], es sind auch die proposal schon
wirklich heraus. Im grossen theater machet Vaneschi und Pertici wied[er] die ¿gur,
und der Milord \den/ HauptImpressario. Joli hat gestern ofentlich im Coffèhaus
gesagt, daß die Giacomazzi, Gali, und Frasi wirklich aufgenohm[en] seyn, und
daß ehestens die Proposal zum Vorschein kommen werden. Reginelli wird 1mo
uomo seyn. Wo dieser Canaile sich be¿nde, ist mir ein Geheimnis, denn Joli
versichert mich, daß er vor gar kurzer \ein/ Brief von Paris aus geseh[en] an den
Herrn von Renelagh gart[en] allwo er zu sing[en] sich offeriret. Die Welt muß bald
untergehen, denn sie ist ganz umgekert. Es werden wieder Opere Buffe seyn und
oberwehnte 4 Personen werd[en] als serieuse Parts darauf singen. o tempora, o
mores, du schreibst mir nichts was mit der Turchotti, Hager, Gluck werd[en] wird.
Wegen der Uhr denke ich so wie du, und du wirst aus mein[em] vor-vorig[en]
verstanden haben, daß der Wich kein Geld hergeb[en] will, siehe zu wegen des
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur