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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 538 -
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538 Edition der Briefe von Subskribenten resp. Mieter der Opernlogen hervorgehoben, deren Zusage die Start- ¿nanzierung der Saison sichern würde. Aufgrund der Vertraulichkeit dieser Überlegun- gen verwendet Franz das Petschaft Giuseppe Jozzis , um Briefe gegenüber missgünstigen Kollegen, die die Schreiben möglicherweise zu entwenden trachteten, nicht sogleich als seine erkennbar zu machen. Um Mariannes Nachfragen zu begegnen, gibt Franz Einblick in die wieder prekäre ¿nanzielle Lage der Middlesex-Opernunternehmung: Orchester- musiker wurden üblicherweise Abend für Abend aus den laufenden Einnahmen bezahlt. Offensichtlich waren aber andere Verbindlichkeiten so groß oder die Einnahmen so schlecht, dass der Impresario auch diesen VerpÀichtungen nicht nachkommen konnte. Die Heimreise mit Zwischenstopps an verschiedenen Höfen zu verbinden, konnte für die Sängerin eine wichtige zusätzliche Einnahme erschließen, auch wenn die Bezahlung meist in kostbaren Sachgeschenken erfolgte. Konkurrenz von Kollegen, das zeigt dieser Brief, war da unerwünscht. Nach Abbruch der Verhandlungen mit Paolo Scalabrini wollte Jozzi jene mit Pietro Mingotti intensivieren. Zu den diesbezüglich aufschlussreichen Details gehören die Parameter, mit denen die Höhe der Gage berechnet wurde: 1) Ort der geplanten Auftritte, 2) pauschale Gage für die Saison oder pro „recita“ (Abend), 3) je nach Entfernung zum Ort des Engagements vom Künstler selbst zu tragende Reisekosten oder separate Erstattung der- selben und 4) VerpÀegung während des Engagements inklusive oder nicht. EINZELSTELLENKOMMENTAR: < > Dein werthestes von 1t[en] hui[us]:] Brief 124. < > von Scalabrini « aufhebende Antwort:] Paolo Scalabrini hatte Giuseppe Jozzi mitgeteilt, dass er die Verhandlungen um ein Engagement in Kopenhagen beende. < > zu den neüern Orden:] Mariannes Eintritt in den „Mops-Orden“ (Brief vom 1. April 1749, 124). < > aber eüre Logen « wie unsre:] Ein Hinweis von mehreren darauf, dass Franz Freimaurer war. < > den Einschlus des Signor Mingotti:] Dem Brief vom 1. April hatte ein Schreiben Pietro Mingottis beigelegen, s. Brief 123. < > Moniseur Nobili:] Nicola Graf Nobili , kaiserlicher Staatsrat. < > küzlichen:] Hier: „heikel“ (Grimm, Deutsches Wörterbuch, s. v. kitzlich). < > P[rinzen] Hoffes:] Die Rede ist von dem Hof des Prinzen Karl Alexander von Lothringen . Der vorliegende Brief weist an dieser wie an vielen anderen Stellen Text- verluste auf, die sich nur bedingt aus dem Kontext ergänzen lassen. < > viaggio \sicuro/:] Lesart des eingeschobenen Worts ist nicht gesichert. < > General Grune:] Nikolaus Franz Graf von Grunne , Hofmarschall des Prinzen Karl Alexander von Lothringen , Gouverneur der Österreichischen Niederlande. < > zweit[en] Mann « zweite Frau:] Secondo uomo, seconda donna. < > die Pantomimi:] Die Truppe des Filippo Nicolini . < > Herrn von Teiber:] Gesandtschaftssekretär des Königs von Polen in Kopenhagen.
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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