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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 544 -
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544 Edition der Briefe Brief ௘ Nr. 131 Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Hamburg, 18. April 1749 A Madame Madame Marianne Pirker à Hambourg. Chez Monsieur Rezzani. No 54. 52. Vom 18t[en] Apr[ilis] [1]749 London den 18t[en] April 1749 Herzallerliebste Marianna Als ich eben den Brief mit der Rechnung gar fertig machen wolte, so erhalte ich dein werthestes von 8t[en] hui[us]. Um selben nun gleich zu beantworten, und ein und anders zu bericht[en], werde ich mit folgender Post den lezt angefangen gar ausarbeiten und schicken. Das erste was ich dich berichte ist, daß ich morgen zu Milord bestellet bin, und mein Destinè hören werde. Gott gebe, daß es gut ausfalle, denn sonst, weil ich sehe, daß ich von dir keine Hilfe nicht zu hoffen, weil \du/ dardurch die Sachen beym Milord zu erzwing[en] glaubest, und meiner Nach- lässigkeit vermeintlich alles zuschreibest, werde ich eine wunderliche resolution ergreiffen. Kein wunder wäre es nicht, wenn \ich/ nicht allein desperat schreibe, sondern auch handelte, allein Gott wird mich ja einmahl retten. Ich will dich just nicht allzu sehr beschwer[en], od[er] mich über dich beklag[en], ich beklage mein Unglück, und lehre mein Herz aus. Ich begreiffe gar zu wohl daß du Ursach hast eilfertig nach Hause zu eilen, und weil wir ohnedem erst zu Frankfurt zusamm[en] treffen sollen, so kommt es auf das bissel Weg nicht an, daß du etwa auf mich zu wart[en] /: welches leider ohnedem umsonst seyn würde :/ alles versaümtest, allein verrichte doch in Hamburg so gut und geschwind du kanst die Affaire weg[en] der Opera auf künftigen Winter, denn Jozzi /: der sich dir wied[er] 1000mahl wied[er] empfehlen läst, und auf deine Antwort wartet, alsdenn will er selbst schreib[en] :/ und ich und ich sind wie 2 arme Sünder die in Chiesola ausgesezt sind, und ihr[en] sentenz od[er] Pardon erwart[en], den wegen Brüssel muß ich dir wied[er] eine neüe fatalitet schreib[en], daß nemlich der General Grune eilends nach Wien gew gemußt, wodurch Uns eine grosse Stüze entgangen, und solte der Mingotti nicht nach Holand geh[en], so ist sonst keine Hofnung, als die elende von Hamburg noch übrig, wenn aber die conditiones zu elend wär[en], so wäre es besser sich hier so gut zu behelffen als möglich, als unter 400 Duc[a]t[en], und etwa [S. 2] 50 bis 100 Duc[a]t[en] durch Schol[aren] od[er] Bene¿ce als incerti dahin zu reis[en], wie du aus meinen vorigen wirst verstanden haben. NB Ich muß meinen Fehler be- kenn[en], dieses mahl hat mich die memori /: aus Ubermaß des grossen Kumers :/ betrogen, daß ich auf den Brief nicht chez Rezzani sondern ferme en Poste gesezet. Ich hoffe, du wirst auf der Post wohl hab[en] nachfragen lassen, und 5 10 15 20 25 30
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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