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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 569 -
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569Edition der Briefe 5 10 15 20 25 30 Brief ௘ Nr. 139 Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Hamburg, 9. Mai 1749 A Madame Madame Marianne Pirker à Hambourg. Chez Monsieur Rezzani. No 58. \56./ vom 9t[en] May [1]749. London den 9t[en] May A[nno] 1749 Herzallerliebste Marianna Weil ich nicht zu Haus war, noch der Labrosse, kamm der Briefträger und hatte einen Brief für mich, der glaublich wohl von dir seyn wird, und weil niemand davor bezahlen wolte, so namme er ihn wieder mit sich. Ich möchte mich zer- reissen darüber, indem Jozzi und ich wie die Juden auf den Messiam darauf wart[en], kan dir also nicht einmahl a propos antwort[en]. Jozzi hat seinen Brief, von dem du \in meine[m]/ gemeldet auch nicht erhalten, alles nachfragens un- geachtet. Nun kan ich dir nichts anders berichten, als daß ich nach des Milords ZuruckKunft von Kiow gleich zu ihn gegangen, allein er liesse sich excusir[en] daß er heüte unmöglich Zeit hätte, welches mir nicht wenig Grillen verursachet, und fast dem Poli nicht geglaubt, allein eine Stunde od[er] ein paar darauf be- gegnet er mir auf der Gassen, und gienge mir selbst zu, machte mit der grösten HöÀigkeit seine Excuses, und bestelte mich auf künftigen Mondag, weil er diese Wochen we[g]en der Crosisch[en] affaire, und des Feüerwerks halber unmög- lich [Z]eit hat, denn es ist ganz Engeland hierüber närrisch word[en]. Der Prinz und Prinzessin und seine ganze Hoffstaat hat in des Milord Haus es angeseh[en], worüber \man/ sich sehr aufgehalt[en], indem der König in Angesicht der ganz[en] Stadt Nachmittag auf dem Park spazieren gegang[en] alle grossen von Hof Prinzen von Cumberl[and][,] Prinzeßin Amalia waren mit ihm, allen aber ist der Prinz und Prinzessin abgegangen. Hieraus kanst du sehen wie ich mit dem Milord stehe, und künftig[en] Mondag will ich hören, ob er sich auf wöchent- l[iche] Vertröstung[en] nach sein[em] vorig[en] Stylo, wie der Wochen Mark in Graz, einrichte? Was soll od[er] kan ich thun? Ich kan mich glüklich nennen, daß ich noch sein Angesicht zu sehen und den Laut seiner Worte hören kan, welches ich ja nicht zu verderben suchen mus. Samstag ist die neüe Friedens Opera, wo die Giaccomazzi und Frasi /: nicht aber die Galli wie ich leztens geschrieben :/ darauf singet. Am Te Deu[m] Laudamus Dag hab ich mit Chevalier Wych bey Hof gesproch[en], er will aber von keinen Brief noch weniger Geld was wis- sen. Wegen Reginelli weis ich noch nichts, es heisset imer in Holland, gehet der Mingotti hin, so trift er leichtlich den Jozzi dort an, denn wird [S. 2] das dor- tige Feüerwerk nach seinem Concert in erklecklicher Zeit, so macht er im Haag
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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