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25 Brief Nr. 141
Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Stuttgart,
20. Mai 1749
A Madame
Madame Marieanne Pirkerin pres[entement] à Stoutgart. Chez Monsieur Eber.
Secretaire pp
[unbekannt:] | f[ranc]o f[rank]fort |
No 58. Vom 20t[en] May [1]749.
No 1.
London den 20t[en] May 1749
Herzallerliebste Marianna
Deine 2 schäzbahrste Schreiben von 9t[en] und 13t[en] hui[us] habe heüte zu gleich
erhalten. Ich danke Gott, daß dein umwerffen so glücklich abgelauffen, der Selbe
wird [a]uch dein Begleiter nacher Stutgart gewest seyn, wo ich hoffe, daß dich
gegenwärtiges, die Herzliebsten Eltern, und Kinder glücklich und gesund antreffen
werde. Ersten bite statt meiner die Hände zu küssen, und die andern nebst
mein[em] 1000fach[en] Segen freündlichst zu grüssen, und ich kan kaum die Zeit
erwart[en], daß du mir von ihnen \hoffentlich/ alles liebes, gutes, und erfreüliches
schreiben wirst, da ich doch den einzig[en] Trost auf dieser Welt nach etlich[en]
Jahr[en] nicht haben solle Sie selbst zu sehen, wie sehr mich dieses kränket, kan
ich dir unmöglich vorstellen, bevoraus da ich bedenke, daß meine Jahre immer
zunemmen, und bishero so vieles und hartes erlitten, daß ich dieser Freüde noch
wohl würdig wäre. Es geschehe der Will[en] des Herrns. Der gute Milord hat mir
a Conto des Billets 40 lb bezahlet, welche ich wie mein Leben menagiren will,
du irrest dich aber sehr, daß solches schon verfallen massen es erst den 27t[en] July
ist. Von den 30 lb habe ich auch nichtmehr [sic] als 5 angegriffen. Versichere dich,
daß ich dir den Conto so explicir[en] werde, auch die Ausgabe, so auf mich
allein aufgegangen, bey einen [Kreuze]r weisen werde, daß du darüber gewis
zufrieden seyn sollest. Du wirst einen Lamentations vollen Brief von Hamb[urg]
unfehlbahr erhalten haben, den ich den 13t[en] hier geschrieben und der 7t[e]
dorthin war. Ich habe diese Zeit über geglaubt samt ihm närrisch zu werden,
und so du bist und wenn du nicht wie thomas bist, so glaube daß er fast rasend,
krank, word[en], ganze schlafÀose Nächte geseüfzet pp weil er geglaubt daß
ihm seine beste Freünde hintergangen, nun hat ihn dein lezterer zwar consolirt,
aber auf die Haubtsache zu kommen, so hast du ganz vernünftig geschrieb[en],
allein wenn du die HaubtUrsachen erwegest, und daß du in einem Ort, wo du
so sehr gefallen nichts verlierest, wenn du ihm die Hand giebest, oder die Parten
accomodirt, od[er] vieleicht die Costi gar nicht kommt, od[er] wenigsten für 2
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur