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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 659 -
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659Edition der Briefe 75 80 85 90 95 100 105 110 115 seinen bisherig[en] Carampien gewohnet ist, die biten, und sich recomandir[en] lassen. Betrachte es nur selbsten recht, ob er nicht aller Orthen solche Conditi- ones, wie ihm \beym/ Mingotti ¿nden würde und dennoch wolte er sich damit begnügen, wenn man ihm nur ein wenig sein höchst billiges p point dތhoneur in Obacht nemmen läßt. Ich schwöre, und bezeüge es bey Gott, daß man ihm hi[er] recht sehr gute propositiones und Hofnungen aufs künftige gemacht, allein er war theils stuffo hier zu bleib[en], und auf deinen lezten Brief, den er nach hier empfang[en], hat er sich festiglich entschlossen, von hier abzureisen, wie ers auch gethan, und auf alle Conditiones mit Uns zu kommen, aber der kahle Kerl hat ihm sogar die Mittl abgeschnitten, daß er mit ihm tractir[en] und die Sachen accomodiren könne \oder mit Ehren mehr schreiben/. Er würde es nicht einmahl ein Finazzi od[er] Battaglini thun, und wir könten eine solche Bassesse nicht ein- mahl unsern grösten Feind zumuth[en], oder rath[en]. Glaubt Mingotti vieleicht einen Mazzuoli \Um Gottes willen/ für sich zu hab[en], mit Pofardio würde er schlecht mit ihm und mit mir anlauffen. Ich beklage mich nicht über den Preys, und siehe /: obwohl er gar nicht exorbitant von seit[en] Jozzis, wenn eine Cujona, wie die Costi eb[en] so viel, und anbey \Kost/ Spesen und Bene¿ce hat, auch die Giaccomazzi für Hamb[urg] von ihm 400 Duc[a]t[en][,] Reis von Italien hin und her, Taffel, und Wohnung begehrt :/ ich siehe seine raisons /: des Mingotti :/ gar wohl ein, das Jozzi eine Parte di più pp Er würde auch dessentwegen sich zum Ziel geleget hab[en], allein auf einmahl alles aufzuheb[en], dieses ist als ein rechter ungeschliffener Grobian gehandelt. Es ist derohalben kein anders Mittl übrig, als daß wir Uns dazwischen legen, wie ich es bereits sehr höÀich gethan, und hoffe, daß du es mit allem Nachdruk und Ernst wirst gethan haben und noch thun, denn du bist es wirklich im Gewissen schuldig, denn er ist in dieser Absicht nacher Holand, indem wir einen solchen FlegelStreich unmöglich vorhinein sehen, oder sich einbilden können. Zu allem Unglück sind die fatale Brieffe just einen Postdag nach seiner Abreise eingelauffen, wer weis, was gescheh[en] wäre, so er noch hier gewest. [S. 4] Hernach beklagt er \Mingotti/ sich mit eben der Isolenz, wie ers vorm Jahr mit dir gemacht, daß man ihm nicht augenblicklich geantwortet, aber hierauf habe ihm mit Manier sehr apropos geantwortet. Wir wissen es gar zu wohl, ohne daß du es nöthig Uns zu schreiben \gehabt hättest/, daß er die Impresa durch dich wieder erhalten habe. Mit desto grössern Fug kanst du ihm nachdrüklich zuschreiben, und um so viel mehr daß eine Costi einen so grossen Vorsprung /: welches gegen 200 D[u]c[a]t[en] :/: Nach des Herrn Mingotti Rechnung die er auf 500 Duc[a]t[en] mit Jozzi \macht/ und wohl mehrer mit dem Bene¿ce \und Spesen/ austrägt :/ vor dir und ihm hat. Ich hoffe wenigsten nicht daß du die Cujona seyn, und auf ihr[em] Bene¿ce singen wirst. Wie kommt es denn daß der Hof wie du schreibst, so viele dif¿cultet[en] wied[er] dein Bene¿ce gefund[en], und ihr accordirt mans mit so grosser Leichtigkeit? Solte mit Dennemark alles umsonst seyn, so arbeite wenigstens in Stutgart, und mache daß \eher als/ der
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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