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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 682 -
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682 Edition der Briefe 35 40 45 50 55 60 65 70 sehr der arme Jozzi lamentiret, Er trauet sich nicht, an dich zu schreiben, bis ich ihm wieder antworte. Es hat keines das andre recht verstanden durch die verdamte Brieffe, und Entfernung, Er hat mir aber Erlaubnis gegeb[en] in Nahmen seiner alles einzugeh[en] und dirs zu schreiben, und ihn bey dir wieder einzubetteln, er hat es nicht so gemeint. Ich hoffe das meine 2 Brieffe beym Mingotti was werd[en] ausgerichtet haben, denn sein Brief so er dem Jozzi geschrieben ist nicht unrecht, und es zeiget sich, daß ich [sic] alles wohl accomodir[en] läßt. Ich rathe ihm anbey noch allzeit er solle nach Stutgart gehen, damit er die Gelegenheit nicht versäume, und das Eisen schmiede weil es warm. Ich habe die Unkösten mit der extra Post und zimlich freygebig gerechnet, Es kan nicht mehr denn 34 Duc[a]t[en] kosten. Du must an den Hercolini nacher Wien schreiben weg[en] unsern Sachen, damit man bey Zeit[en] Anstalt mach[en], und wenn im Weinles[en] die Weinschiffe zuruk gegen Ulm fahren, daß man sie durch Hochenauen /: so nennet man die Schiffe so geg[en] den Fluß mit Pferd[en] gezogen werd[en] :/ nacher Ulm bring[en] könte, berathschlage dich mit dem Papa. Der Psalm von dem du mir schreibest, ist es nicht vieleicht dieser a Canto et Alto. Salmo 4to. Gleich nach dem den ich dir geschrieben im selben Buch. Nel invocarti o mio Signore Clemente, e defensor di mie raggioni pp[.] Das beste wäre wenn es der Mingotti von Venedig verschriebe und mit brächte. Dem Maestro \auf den Clavier/ von der Loysl muß man wohl tractir[en], denn wie du mich berichtest muß es ein braver Mensch seyn von dem die Kinder sehr vieles pro¿tiret, und ich wundere mich sehr über die Rosalia, ich hätte mirs gewis nicht eingebildet. Es wird ihm vieleicht verschmacht hab[en] was du bey Hof von Jozzi und der Loysl gesproch[en], weil er allein die Ehre hätte gern gehabt, allein es ist wohl gescheh[en] und läßt sich schon auf andre Art reparir[en]. Wenn du ihm jezt nichts regalir[en] kanst, so verspreche ihms wenigsten, und richte von mir auch mein DanksagungsCompliment aus, ingleich[en] an Herrn Neüsinger. Frage doch die Mädlen, ob sie sich den Jozzi noch einbild[en] können? [S. 3] Daß die Kinder bey dir in Vaccanzen daß gönne ich ihnen herzlich gerne, so habens wohl meritirt die arme Narren. Mir ist leyd, daß du mit schreiben jezt so sehr must geplagt seyn, allein habe noch kurze Zeit Geduld und lege des armen Jozzi weg[en] deine[n] Kindern zum besten die lezte Hand beym Mingotti an, und giebe ihm den völlig[en] Nachdruck, so ist alles richtig, wenn du wilst. Ich förchte daß der Loysl das viele siz[en], beym schlagen, zeichnen, schreiben, und fr FrauenArbeit an der Stimme nicht schäd- lich, wie du am J[ozzi] ein Exempl hast, schreibe mir ob du nichts merkest? Die Rosalia, der es ihre HaubtProfession das Zeichnen seyn muß, und weil sie keine Stim ohnedem nicht hat kan sich schon mehr darauf appliciren, sage es auch den lieben Eltern. Du must auch der Caterl und Hercolini expressè die mariage von der Violette bericht[en], daß es ein Comœdiant, denn sie wird wohl hin- geschrieben haben, daß sie einen Milord geheürathet. Im May haben wir eine so excessive Hize hier gehabt wie im Hundsdägen, und jezt ist es ein paar Woch[en]
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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