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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
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686 Edition der Briefe 35 40 45 50 55 60 Comission zu laßen, daß wir alles von Engelland bekomm[en] können, was wir wollen, dann die Herzogin will daß ich ihr mit der Zeit ganze Kleyder herauß bring[en] laße, und könne[n] wir in vielerley waren ein gutes gewinne[n] regirt gott d[en] Milord, so emploire alles in \tambakene/ uhr[en], und tabatieren, aber NB: tab a duzene und nicht mit d[em] Nahmen, d[em] papa habe eine dose ver- sproch[en] du must schon eine schöne mitbring[en], gleichwie eine vor d[en] allenfeld, ich habe außer zwey um 6: ducaten verkauft. Du wirst auß meine[m] letztern ersehen hab[en] daß ich alles vor d[en] Jozzi thue, allein ich sorge es ist zu spät, gott weiß es daß ich vor mein eigenes Interesse nicht so gesorgt, und hier ist es mehr gewieß als ungewieß vor ihm wenigstens habe ich d[en] Herzog persuadirt daß er kein[en] andern verschreib[en] läst, biß er d[en] Jozzi gehört hat, mehr kan ich nicht thun ich hätte d[en] Jozzi auch schon herkomm[en] laßen, alleine ich weiß noch nicht wie es mit d[em] Ming[otti] außschlägt, damit wir auch dießen Winter mit ihm sind ich werde von stuttgardt auf d[en] 14. July verreißen, und mich bey d[em] Margraf von Durlach hör[en] laßen, auch such[en] in Darmstatt etwas zu verdie[nen], mentre sono senza a[f]fato già mތintendete e non ho potuto dare un soldo al mio padre il quale suo conto è molto grande, di quanto ha speso per mè. ich gedraue mir auch nicht mehr mit extra post zu geh[en] dann von hier biß Caßel raub[en] [S. 3] sie alle tag die leut auß und sogar die post, bin alßo gezwung[en] mit d[em] ordinair[en] postwag[en] zu gehen, auf dießen Brif kanst du mir alßo noch antwort[en], aber NB cose indifferente, perché vތè in casa mia chi e molto curioso, ich hofe Gott wird d[en] Milord regir[en] und daß ich dich zu Hamb[urg] antrefe, dann ich hofe daß wir bey d[em] Ming[otti] brav ver- dien[en] werd[en], dann ich werde such[en] daß du die Copiatur bekomst welche sonst[en] allezeit dem Maestro gehört. adieu lieber pirker, Gott gebe uns die gnade uns bald zu umarmen, indeßen habe mich lieb und seye versichert daß ich ersterbe deine getreue Marianna[.] PS: papa, Mama, empfehl[en] sich dir. Die Kinder küßen die Hände, solte ich es beym Ming[otti] fehlschlagen mit d[em] Jozzi, so werde zu Hamburg für d[en] Jozzi sorg[en] und versichere ihm ein convenables Concert zu accordir[en], da- mit er nicht wieder nach Engelland darff, allein er muß in allen mein[em] Rath folg[en], er soll alßo in Gottes nahmen völlig auf Engelland vergeßen. adieu. VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2840, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei- ten Beschädigung durch Siegelöffnung. THEMENKOMMENTAR: Marianne beharrt auf ihrem Recht, erste Partien zu singen, weil Jozzi ohnehin meist nur als Secondo uomo engagiert worden war. Sie will damit ihren künstleri- schen Marktwert bzw. ihre Reputation hoch halten. Ferner will sie Franz die Kopi- atur im Ensemble Mingottis verschaffen und belegt damit, dass ihre beruÀichen
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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