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65 Jozzi wird dir geholf[en] haben, daß du zu Hamburg zu Zeit[en] eintref[en] kanst,
dann ich hofe Ming[otti] wird dir d[en] pro¿t der Copiatur geb[en] welchen sonst
der Scal[abrini] gehabt, eyle alßo so viel es möglich. Hier hast du wieder eine
Comission aber ich bitte um alles von der Welt laße nur dieße nicht auß dann es
gehört für unsern Herrn Mareschall, nemlich von d[em] feinst[en] tuch so zu be-
komm[en] zu rok, Camisol und ein baar Hoßen, von der Couleur und Melanche
beyliegend[en] Muster, ich habe es unmöglich abschlag[en] können, bringe es
alßo ja gewieß, jedoch nur biß Hamburg allenfalls du später kämst, und lasse es
Bittschieder zu Hamburg. [S. 3] NB: schreibe /schicke\ mir sogleich das duetto
von allesandro nel indie composto dal Zoppis \se mai più sarò geloso/ schicke
es sogleich den Jozzi allenfalls du später kämst, dann wir dörft[en] es gleich
brauchen. o Himmel wie betrübt war der abschied zu stuttgardt nun wirst du
hoffentlich vergnügt seyn, daß dein liebling nach Coppenhagen geht, gott gebe
uns allerseits den frieden, ab[er] so er in teatro zu grund gehet, so genade uns Gott
dann wir werden den teufel mit den Impres[ario] haben. Du wirst hofentlich das
Buch nicht mehr nehmen, dann ich habe dir geschrieb[en] daß es auf der leipziger
Meeße teutsch und Englisch zu ¿nden. lieber pirker exercire dich ja auf der violin
sonst sind wir futtù, o wie vielerley streiche werde ich dir erzehlen von unsern
Hof indeß[en] hat mir die Herzogin die gnade gethan nach meiner abreise in der
erst[en] Camer Musik den bianchini zu sagen à nous avons perdù Madame pirker,
und hat weder d[em] neusinger noch der peruzzi mehr zugehört. lieber pirker du
must dieß[en] Brief nur errathen, dann ich kan vor schmerz[en] in der Hand nicht
mehr schreib[en], noch weniger besser. ach könte ich ein oder zwey baar schuh
hab[en], von grün und von blau[em] grotitor wie wäre ich vergnügt, dann ich
werde närrisch weg[en] den[en] schuhen, Gott gebe daß dich Jozzi nicht stek[en]
läßt, beßer aber wäre es daß Gott d[en] Milord regire, dann sonst[en] komm[en]
wir aufs neue in armuth, so du das \<x> Moir/ muster noch nicht geschikt, so
schike es gleich, ¿nde aber ja jemand auß, der uns alles schikt was wir verlangen
NB: fürs Geld. ich küße dich 1000 mal mein lieber pirker, Gott gebe uns beed[en]
glükl[iche] reiße.
[ Nachschrift S. 4 oben:] in nome dތ Idio venite per terra col amico, ma poco
bagaglio e presto.
[
Nachschrift S. 4 unten:] fate un patto con quel mercante [†] d[en] Bund Korn che
ve mandi tutto quello ci farà bisogno[.]
a scrivette il prezzo ultimo per regola di tutto[.]
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2840, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei-
ten Beschädigung durch Siegelöffnung.
THEMENKOMMENTAR:
Mariannes Brief gibt Einblick in den Verlauf ihrer Reise bis Karlsruhe: sie erwähnt
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur