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868 Edition der Briefe
Brief Nr. 234
Johann Erhard Rittmann aus Nürtingen an [Marianne Pirker in
Ludwigsburg?], 10. Oktober 1750; mit einem Zusatz von Herzog Carl
Eugen von Württemberg
[ohne Adressierung]
Madame.
S[eine]r Hochfürstl[iche]n D[u]rchl[auch]t unßer g[nä]d[i]gst[er] Fürst und Herr
Befehlen mir denenselben das Decret vor den aus Italien verschriebnen und neü
angenohmen Sänger Nahmens Ristorini zu zu senden, welches Sie bey handen
beHalten, und den Sänger die 30 Ducaten übermachen, und die Sorge tragen das
der Ristorini aufs baldigste alhier kommen werde. Wormit nebst HöÀichstem
Conpliment verharre Madame Vot[re] tr[ès] humble Serv[iteur] J[ohann] E[rhard]
Rittmann
Nürttingen d[en] 10t[en] [octo]br[is] 1750
[Zusatz von Herzog Carl Eugen von Württemberg:]
| P: S:
Madame. Ich Erwarte die baldigste Ankunft dießes Singers sowohl, alß nachricht
Wegen des andern auß Rom. Ich bin gesonen die opera Ezius Vortragen zu lassen,
Nachdeme aber mit derselben Composition nicht Versehen, so ist nöthig daß
Solche gleichbalden Von Einem guten Meister auß Italien Verschrieben Wirdt. Die
Stella kann kommen, und Wirdt gewiß in der opera den zweiten Roll machen ich
aber Verbleibe dero guter freund Carl H[erzog] v[on] W[ürttemberg] |
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2842, 1 Doppelblatt, 2 beschriebene Sei-
ten, 1 Zusatz von Herzog Carl Eugen von Württemberg.
THEMENKOMMENTAR:
Der Inhalt des Briefes lässt den Schluss zu, dass Marianne Pirker sich aufgrund
ihrer Verbindungen nach Italien schon 1750 als Vermittlerin italienischer Gesangs-
kräfte betätigte. Der Zusatz des Herzogs avisiert bereits die Produktion von
Niccolò Jommellis Ezio im Februar 1751, obgleich offenbar knapp fünf Monate
zuvor für die Vertonung dieses Librettos von Metastasio noch kein Komponist
feststand. Man entschied sich schließlich für Jommelli und dessen Bologneser
Fassung des Werks. Der Sänger Luigi Ristorini hatte die Partie des Valentiniano
bereits 1748 in Turin im Ezio von Giovanni Battista Lampugnani gesungen (Bou-
quet, Il teatro di corte, S. 279f.), möglicherweise einer von mehreren Gründen,
weshalb er engagiert werden sollte. Der Formulierung des Herzogs zufolge („Die
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur