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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 919 -
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919Anhang Musiker gehörte Cervetto in London zum Bekanntenkreis der Pirkers. Franz berichtet in seinem Brief vom 28. November 1748 (78) von einem Privatkonzert unter seiner Mit- wirkung. /LW *URYH 0** &DPSEHOO *UHDW &HOOLVWV .DS &KDPSLJQ\ &KDUOHV -RVHSK )UDQoRLV G¶$QQHF\ &KHYDOLHU GH ௘ ± Diplomat und Abenteurer Der aus Lothringen stammende Chevalier diente Kurfürst Clemens August von Köln als Kunstagent und diplomatischer Vertreter in London. Aufgrund seiner guten Kontakte zum Prince of Wales war er 1744௘ –1745 damit beauftragt, für Kurköln ein Abkommen zur Unterstützung der Erbrechte Maria Theresias zu schließen. Gleichzeitig bemühte er sich mitten im Machtpoker der europäischen Großmächte auch mehrfach und letzten Endes vergeblich darum, in die Dienste des französischen Hofes zu wechseln. Trotz einÀuss- reicher Gegenspieler am Bonner Hof konnte Champigny seine Stellung als kölnischer Gesandter in London auch deshalb bis 1748 behaupten, weil er durch seine Nähe zum Prince of Wales ein nützlicher Informant für seinen Dienstherrn war. In seinen Depe- schen zeichnete er ein anschauliches Bild der Feste der Londoner Adelskreise und be- richtete über seine Kollegen aus dem diplomatischen Corps (wie etwa den bayerischen Residenten Graf Haslang ). Eine weitere wichtige Funktion bestand in der Beschaffung von Kunstwerken und Luxusgütern, die er mit englischen Subsidien beglich, die eigent- lich als Gegenleistung für die Bereitstellung von militärischem Personal aus London an den Kurfürsten Àießen sollten. Nach seiner Entlassung aus dem kurkölnischen Dienst kehrte Champigny nach Deutschland zurück, versuchte aber im November 1750 noch ein- mal vergeblich, die Gnade des Kurfürsten zurückzugewinnen. Mit dem Tod von Frederick Lewis im Jahre 1751 schwand sein EinÀuss in London. Er verstarb 1759 in seiner lothrin- gischen Heimat. In der Korrespondenz der Pirkers wird der Chevalier unter anderem als Beschützer und Förderer der Sängerin Teresa Pompeati erwähnt, mit der er im Oktober 1748 auch in Hamburg weilte, nachdem er in London viele Schulden hinterlassen hatte (Brief vom 3. Oktober 1748, 38). In Hamburg versuchte er, sich mit einem Gaunertrick in das Haus des Diplomaten Cyrill Wych einzuschleichen (ebd.). /LW +DXVPDQQ 5HSHUWRULXP 6 %UDXEDFK &KHYDOLHU GH &KDPSLJQ\ 6 ࣠࣠II &KXUIHOG )UDQ] YRQ ௘ ± HUVWHU ÄNDLVHUOLFK N|QLJOLFK SULYLOHJLHUWHU Niederlagsdeputirter“ Franz von Churfeld (eigentlich Rauchnagel von Churfeld) stammte aus Tirol, wurde 1719 nobilitiert und war in Wien Kaufmann mit besonderen Handelsfreiheiten. Churfeld diente den Pirkers dort als Korrespondent und Informant über die Verhältnisse am Wiener Opern- theater. Er betätigte sich als Mittelsmann zwischen Marianne Pirker und Lopresti , um ihr eine Audienz oder einen Auftritt bei Maria Theresia zu ermöglichen, der ihre Chancen auf ein Engagement in Wien erhöhen sollte (Brief vom 3. Oktober 1748, 38). /LW . FKHOEHFNHU $OOHUQHXHVWH 1DFKULFKW YRP 5|PLVFK .D\VHUOLFKHQ +RI 6 +HOOEDFK
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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