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Opfernarrative in transnationalen Kontexten
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118    Maria Loreto Vilar Wolfgang und Susanne Leonhard, Gustav Regler oder Arthur Koestler.3 Ihnen gegenüber waren sie bereit, ihre Erfahrung des Unrechts und der Gewalt in der Sowjetunion zu verschweigen, sie zu verdrängen (Emmerich 1996, 326–327). Wenn sie aber trotzdem in der Überzeugung, zur Erschließung der Parteigeschichte bei- zutragen, ihre Selbstzeugnisse zum Beispiel für das Zentrale Parteiarchiv der SED beim Institut für Marxismus Leninismus bereitstellten, wurden diese „mit einem Sperrvermerk versehen“ (Erler 2001, 188). So wurden die Memoiren Totgesagt: Erinnerungen von Trude Richter (d.i. Erna Barnick, Magdeburg, 19. November 1899 – Leipzig, 4. Januar 1989) und diejenigen von Helmut Damerius (Berlin, 16. Dezember 1905 – 29. September 1985) mit dem Titel Unter falscher Anschuldigung: 18 Jahre in Taiga und Steppe, die jeweils Anfang der 1960er und der 1980er Jahre fertig geschrieben worden waren, erst 1990 publiziert.4 Dass die 1981 begonnene Arbeit des Historikers Wolfgang Ruge (Berlin, 1. November 1917 – Potsdam, 26. Dezember 2006) an seiner Autobiografie Gelobtes Land: Meine Jahre in Stalins Sowjetunion (2012), nur langsam vorankam, zwischen 1989 und 1998 unterbrochen und erst 2002 vollendet war,5 mag ferner die ideo- 3  Siehe Als Gefangene bei Hitler und Stalin: Eine Welt im Dunkel (München 1949) von Marga- rete Buber-Neumann, Die Revolution entlässt ihre Kinder (Köln und Berlin 1955) von Wolfgang Leon hard, Gestohlenes Leben: Schicksal einer politischen Emigrantin in der Sowjetunion (Frank- furt a.  M. 1956) von Susanne Leonhard, Das Ohr des Malchus: Eine Lebensgeschichte (Köln und Berlin, 1958) von Gustav Regler, Ein Gott der keiner war (Konstanz u.a., 1950) von Arthur Koestler. 4  1972 war das erste Buch von Richters Manuskript, das ihre Erinnerungen an den Bund proleta- risch-revolutionärer Schriftsteller (BPRS) zum Inhalt hat, mit dem Titel Die Plakette. Vom großen und vom kleinen Werden im Mitteldeutschen Verlag (Halle) erschienen. Die ersten drei Abschnitte aus dem zweiten Buch, Tod und Auferstehung, in dem Richters Haft- und Gulag-Erfahrung sowie ihre Verbannung in der Sowjetunion dargelegt werden, wurden unter dem Titel Station Kilometer sieben in der Zeitschrift Sinn und Form (Richter 1988, 498–528) veröffentlicht. 1977 publizierte der Henschelverlag (Berlin-Ost) Damerius’ Erinnerungen an die Theatergruppe Kolonne Links mit dem Titel Über zehn Meere zum Mittelpunkt der Welt. Über die Jahre, die Damerius in Ge- fängnissen, im Gulag und in der Verbannung in der Sowjetunion verbrachte, wurde von Werner Mittenzwei unter dem Titel Helmut Damerius: Porträt eines Mannes vor dem Hintergrund des Jahr- hunderts in Sinn und Form (Mittenzwei 1987) ausführlich informiert. Neun Kapitel aus Damerius’ Unter falscher Anschuldigung: 18 Jahre in Taiga und Steppe wurden in Sinn und Form (Mittenzwei 1989) abgedruckt. 5  Der Herausgeber Eugen Ruge zitiert eine Fußnote im Originalmanuskript: „Ich [d.i. Wolfgang Ruge] stütze mich hier auf Notizen und z.  T. schon recht ausführliche Aufzeichnungen, die ich in großen Abständen seit den sechziger Jahren angefertigt habe“ (2012, 449). Dazu informiert Eugen Ruge: „Diese Aufzeichnungen sind verloren“ (2012, 449). Nach Vollendung der Arbeit wurde das Buch 2003 unter dem Titel: Berlin – Moskau – Sosswa: Stationen einer Emigration (Bonn: Pahl-Rugenstein) veröffentlicht. Dieser Text wurde 2012 von Eugen Ruge überarbeitet und unter dem Titel Gelobtes Land: Meine Jahre in Stalins Sowjetunion herausgegeben. Bei der
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Opfernarrative in transnationalen Kontexten
Titel
Opfernarrative in transnationalen Kontexten
Herausgeber
Eva Binder
Christof Diem
Miriam Finkelstein
Sieglinde Klettenhammer
Birgit Mertz-Baumgartner
Marijana Milošević
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-069346-1
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
350
Schlagwörter
Opfernarrative, zeitgenössische Literatur, transnationale Erinnerung, Transnationalität
Kategorie
Lehrbücher
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