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Land der Verheißung – Ort der Zuflucht - Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945
Seite - 156 -
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Seite - 156 - in Land der Verheißung – Ort der Zuflucht - Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945

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156 Regierung und auf die Aufbringung der erforderlichen Geldmittel. […] 4. in vierter Linie das nationale Interesse der Bewegung. Wir dürfen nicht ver- gessen, dass Palästina erst im Aufbau begriffen ist, dass wir gesunde, arbeits- fähige Menschen brauchen […].440 Die aus Österreich stammenden Jugendlichen fielen offenbar auch öfter durch „dis- ziplinäres Fehlverhalten“ auf, etwa indem die Ausbildungsplätze verlassen wurden, um bei den Behörden Einwanderungsgenehmigungen für Familienmitglieder zu erwirken. Abgesehen davon, dass das Vorhaben aufgrund der Immigrationsbe- stimmungen (das Zertifikat war vom betreffenden Palästina-Amt im Herkunfts- land auszustellen) aussichtslos war, war ein Entfernen von den Siedlungen und Einrichtungen strikt verboten.441 Große Einsamkeit veranlasste den gemeinsam mit seinem Bruder Ari im November 1938 eingewanderten Meshulam Rath dazu, von seinem Kibbuz fortzulaufen: „Meshulam und ich mussten uns trennen. Da er schon siebzehn Jahre alt war, hatten die Leiter der Jugend-Alijah ihn dem Kibbuz Gvat zugeteilt. Dort, zwanzig Kilometer östlich von Haifa, lebte bereits eine Gruppe von gleich- altrigen Jungen und Mädchen aus Wien. Der Abschied fiel uns sehr schwer. Während unserer Kindheit und Jugend in Wien hatten wir oft gestritten, doch das gemeinsame Schicksal und die Schiffsreise hatten uns einander näher gebracht. Zwar hatten wir bereits bei der Abreise gewusst, dass wir in Palästina in verschiedenen Orten leben würden, doch nun schien uns diese Trennung unerträglich. Meshulam war in Gvat sehr unglücklich. Er kannte niemanden, und die körperliche Arbeit fiel ihm schwer. Im Dezember 1938 unternahm er zu Chanukka einen ersten Ausbruchsversuch. Er schlug sich bis Haifa durch, und wir verbrachten gemeinsam bei entfernten Verwandten einige Tage zusammen. Die Leitung der Jugend-Alijah in Jerusalem und sein Madrich, eine Art Erzieher, in Gvat, Lolik, konnten jedoch in Erfahrung bringen, wo er sich aufhielt. Im persönlichen Gespräch gelang es ihnen, meinen Bruder zu überzeugen, in den Kibbuz zurückzukehren. Bald aber lief er erneut davon und versuchte in einem Studentenheim in Kirjat Motzkin aufgenommen zu werden. Dort wohnte sein bester Freund aus Wien, Erich/ Eli Preminger, der im Technion von Haifa studierte. Zudem war es von Kirjat Motzkin nicht weit zu meinem neuen Zuhause in Kirjat Bialik, sodass wir uns öfters hätten sehen können. In seiner Einsamkeit sehnte er sich danach, mit mir zusammen zu sein. Als er sich im Studentenheim anmelden wollte, 440 Dr. F. Noack an Beratungsstelle der Jugend-Alijah Wien, 28. 8. 1938. CZA, S75/628, S. 237 f. Vgl. Rosenkranz, Verfolgung, S. 147. 441 Henrietta Szold an Hilde David und Juda Weissbrod, 10. 12. 1938. CZA, S75/1141, S. 113 f. Vgl. Anderl, Emigration, S. 233. Rosenkranz beschreibt die Ausbildungsplätze in Palästina als nahezu „klösterlich“, da die Siedlungen im Grunde nur im Rahmen gemeinschaftlicher Jahresausflüge verlassen werden durften. Rosenkranz, Verfolgung, S. 145.
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Land der Verheißung – Ort der Zuflucht Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945
Titel
Land der Verheißung – Ort der Zuflucht
Untertitel
Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945
Autor
Victoria Kumar
Verlag
Studienverlag Ges.m.b.H.
Ort
Innsbruck
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7065-5419-0
Abmessungen
15.6 x 23.4 cm
Seiten
216
Schlagwörter
Palestine/Israel, Aliyah/Zionism, Jewish history of Austria, National Socialism in Austria, Palästina/Israel, Alijah/Zionismus, Jüdische Geschichte Österreichs, Nationalsozialismus in Österreich
Kategorien
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