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Land der Verheißung – Ort der Zuflucht - Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945
Seite - 162 -
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Seite - 162 - in Land der Verheißung – Ort der Zuflucht - Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945

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162 charismatischen Jugend-Alijah-Leiters Aron Menczer zurückzuführen. Obwohl er mehrmals die Chance hatte, seiner Familie in die Emigration nach Palästina zu folgen, blieb er bis zuletzt in Wien, um möglichst vielen Jugendlichen zur Flucht zu verhelfen. 1942 wurde Menczer nach Theresienstadt verschleppt und danach mit hunderten Kindern, denen er sich angenommen hatte, nach Auschwitz deportiert, wo er 1943 ermordet wurde.459 Behördlich im Mai 1941 aufgelöst, existierte die Jugend-Alijah inoffiziell noch bis September 1942 weiter, musste sich allerdings weitgehend auf Erziehungs- und Kulturarbeit beschränken. Tausende junge Jüdinnen und Juden konnten aus dem nationalsozialistischen Österreich mithilfe des Rettungsprogramms der Jugend-Alijah nach Palästina oder in andere Länder fliehen. Laut einer Aufstellung der IKG Wien waren von den 15.738 Zehn- bis Achtzehnjährigen jüdischen Österreicherinnen und Österrei- chern bis Ende Juli 1940 13.598 ausgewandert, davon nicht wenige im Rahmen der Jugend-Alijah.460 Die „Alijah Beth“ Die Sonderstellung, die Palästina für Jüdinnen und Juden im Vergleich zu anderen Fluchtdestinationen aus dem Machtbereich der Nationalsozialisten einnimmt, liegt in erster Linie in ideologischen Ursachen begründet, ist aber in großem Maße auch darauf zurückzuführen, dass  – abgesehen von individuellen oder in Kleingruppen erfolgten Grenzübertritten zumeist in Nachbarstaaten  – nur im Falle dieses Landes eine organisierte illegale Einwanderungsbewegung existierte, die tausenden euro- päischen Jüdinnen und Juden das Leben rettete. Von großer Bedeutung war die „Alijah Beth“ für die jüdische Bevölkerung Österreichs, deren Suche nach Flucht- möglichkeiten zu einem Zeitpunkt begann, als die legale Immigration nach Paläs- tina aufgrund politischer und wirtschaftlicher Überlegungen von den Briten erneut eingeschränkt worden war und zahlreiche andere Staaten bereits eine restriktive Aufnahmepolitik gegenüber jüdischen Flüchtlingen verfolgten. Im Gegensatz zur Situation der Jüdinnen und Juden in Deutschland, welchen nach 1933 noch rela- tiv viele Fluchtwege offen gestanden und welchen im Falle Palästinas in Form des „Haavara-Abkommens“ sogar Anreize zur Emigration geschaffen worden waren, kristallisierte sich in Österreich rasch heraus, dass die geschlossenen Tore poten- tieller Zielländer einerseits und die Kluft zwischen Kapazität und Nachfrage der 459 Zur Biographie Menczers siehe Israelitische Kultusgemeinde (Hg.), Trotz allem  … Festschrift Aron Menczer 1917–1943, Wien 1993; Elisabeth Klamper, „Auf Wiedersehen in Palästina“. Aron Men- czers Kampf um die Rettung jüdischer Kinder im nationalsozialistischen Wien, Wien 1996; Anderl, Emigration, S. 249 f.; Rabinovici, Instanzen, S. 355–361. 460 CAHJP, A/W 2508.
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Land der Verheißung – Ort der Zuflucht Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945
Titel
Land der Verheißung – Ort der Zuflucht
Untertitel
Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945
Autor
Victoria Kumar
Verlag
Studienverlag Ges.m.b.H.
Ort
Innsbruck
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7065-5419-0
Abmessungen
15.6 x 23.4 cm
Seiten
216
Schlagwörter
Palestine/Israel, Aliyah/Zionism, Jewish history of Austria, National Socialism in Austria, Palästina/Israel, Alijah/Zionismus, Jüdische Geschichte Österreichs, Nationalsozialismus in Österreich
Kategorien
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