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Land der Verheißung – Ort der Zuflucht - Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945
Seite - 178 -
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Seite - 178 - in Land der Verheißung – Ort der Zuflucht - Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945

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178 Ankunft, Niederlassung und Einordnung österreichischer Flüchtlinge in Palästina/Israel in den 1930er und 1940er Jahren „Am Ende ihres Lebens fühlte sie sich in Israel ‚displaced‘, als eine Frem- de in einem Land, das sie mit aufgebaut hat, wenn auch ohne innere Überzeugung.“514 Noch an Bord des Schiffes, auf dem sie 1934 nach Palästina gelangte, sehnte sich die in Wien geborene Anny Robert nach Österreich zurück und hoffte auf eine baldige Rückkehr in ihre Heimat. Nicht der Zionismus, sondern einzig allein das „Muss“  – sie folgte ihrem Ehemann, der mangels beruflicher Perspektiven schon etwas früher ausgewandert war  – führte ihrem Erinnerungsbericht zufolge dazu, dass sie in Palästina landete, dort aber nie richtig ankam. Palästina war in den 1930er und 1940er Jahren für Tausende österreichische Jüdinnen und Juden zum Zufluchtsort geworden. Zum Zeitpunkt der Ankunft noch britisches Mandatsgebiet, wurde das Land lange nicht als selbstverständli- che Heimat betrachtet, hatten die Flüchtlinge doch kaum in einem anderen Land größere Einordnungsprobleme als in Palästina.515 Schon für die Immigrantinnen und Immigranten der 1920er und 1930er Jahre war die Alijah mit massiven Verän- derungen sämtlicher Lebensbereiche und -gewohnheiten verbunden: die fremde Sprache und Kultur, die politischen und klimatischen Gegebenheiten sowie eine Wirtschaftsstruktur, die zumeist eine fundamentale berufliche Umstellung erfor- derte und in vielen Fällen zur Deklassierung und Verarmung führte. Die Schwierigkeiten, die mit dem Ankommen und der Integration in Palästina verbunden waren, trafen für den Großteil der Einwanderinnen und Einwanderer zu  – bei der österreichischen Alijah kamen jedoch gewichtige Momente hinzu, die deren Angehörige, aber auch den Yishuv vor besondere Herausforderungen stell- te.516 Doron Niederland, der sich in seiner Studie im Detail mit der österreichischen 514 Anny Robert, Herrlich ist’s in Tel Aviv  – aus der Wiener Perspektiv’. Hg. v. Daniela Ellmauer/Miguel Herz-Kestranek/Albert Lichtblau, Wien-Köln-Weimar 2006, S. 253 f. 515 Unabhängig vom Aufnahmeland und den dortigen Gegebenheiten waren Emigrantinnen und Emigranten häufig mit denselben Problemen konfrontiert. Neben dem Verlust und/oder der Trennung von Familienangehörigen waren die radikale Entwurzelung und die verlorene Heimat für viele Flüchtlinge besonders schmerzvoll. Hinzu kamen völlig neue Lebensbedingungen, die die gesellschaftliche und berufliche Einordnung schwierig machten. Ausmaß und Tempo des In- tegrationsprozesses waren von mehreren Faktoren abhängig. Die persönliche Verarbeitung des Heimatverlustes und der Fluchtumstände, die jeweilige Einstellung zum Aufnahmeland, Alter, Zeitpunkt der Ankunft, Flexibilität und Reife des Individuums, berufliche und familiäre Situation, Sprachbegabung, Bildungsstand, Rückhalt im Freundeskreis, in politischen bzw. religiösen Vereini- gungen oder kulturellen Zirkeln, Wohngegend sowie die Einstellung der Aufnahmegesellschaft zu den Immigrantinnen und Immigranten konnten sich fördernd oder hemmend auf die Integration auswirken. Besonders eine sinngebende berufliche Beschäftigung konnte sich positiv auf den In- tegrationsprozess auswirken. Arbeit sicherte den Einwanderinnen und Einwanderern einen Platz in der neuen Gesellschaft und stabilisierte die eigene Position. Vgl. DÖW (Hg.), USA, S. 255. 516 Zur Immigration österreichischer Jüdinnen und Juden in Palästina siehe u. a. Doron Niederland, Die Immigration. In: Weinzierl/Kulka, Vertreibung, S. 339–444; Evelyn Adunka, Exil in der Heimat.
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Land der Verheißung – Ort der Zuflucht Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945
Titel
Land der Verheißung – Ort der Zuflucht
Untertitel
Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945
Autor
Victoria Kumar
Verlag
Studienverlag Ges.m.b.H.
Ort
Innsbruck
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7065-5419-0
Abmessungen
15.6 x 23.4 cm
Seiten
216
Schlagwörter
Palestine/Israel, Aliyah/Zionism, Jewish history of Austria, National Socialism in Austria, Palästina/Israel, Alijah/Zionismus, Jüdische Geschichte Österreichs, Nationalsozialismus in Österreich
Kategorien
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