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Land der Verheißung – Ort der Zuflucht - Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945
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187 mark“ insgesamt 110.328 Jüdinnen und Juden ausgewandert: 52.952 Jüdinnen und Juden in europäische Länder, 22.284 nach Nordamerika, 2.348 nach Zentralame- rika, 6.133 nach Südamerika, 6.638 nach Palästina, 16.035 nach Asien, 2.343 nach Afrika und 1.592 nach Australien. Der Historiker Jonny Moser, der unter Heranziehung einer Vielzahl an unter- schiedlichen Quellen eine detaillierte demographische Darstellung der jüdischen Bevölkerung Österreichs zwischen 1938 und 1945 vorgelegt hat, kommt auf folgende Auswanderungszahlen:538 Zwischen 13.  März und 31.  Dezember 1938 emigrierten insgesamt 58.340 Jüdinnen und Juden, im Jahr 1939: 63.351 (der Großteil davon in den ersten Monaten), 1940: 4.840 und 1941: 1. 405. Zwischen 1938 und 1941 (im Oktober 1941 wurde ein generelles Auswanderungsverbot verhängt) emigrierten demnach 127.936 Jüdinnen und Juden aus Österreich. Unter Berücksichtigung von Grenzabschiebungen, illegalen Grenzübertritten und vereinzelten Ausreisen in den Jahren 1942 und 1943 sind zwischen 13.  März 1938 und 15.  April 1945 nach Mosers Angaben insgesamt 130.742 Jüdinnen und Juden ausgewandert  – 69.390 in euro- päische Länder, 29.942 nach Nordamerika, 15.200 nach Palästina (darunter 6.000 bis 7.000 auf illegalem Wege), 7.190 nach Asien, 6.845 nach Lateinamerika, 1.125 nach Afrika und 1.050 nach Australien.539 Im Hinblick auf die Auswanderungswellen sind drei Hauptphasen feststellbar, die jeweils einem einschneidenden Ereignis folgten: dem „Anschluss“, dem Novem- berpogrom und dem Kriegsausbruch. Geringfügig unterschiedlich verlief die Flucht der österreichischen Jüdinnen und Juden nach Palästina. Folgende drei wesentliche Zeitabschnitte sind nach Doron Niederland festzumachen: von März bis Juni 1938, von Juni 1938 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im September 1939 und die Zeit des Krieges. Nachdem die jüdischen und zionistischen Institutionen von den nationalsozialistischen Behörden unmittelbar nach dem „Anschluss“ geschlos- sen worden waren, begann die Organisation der Auswanderung nach Palästina erst mit der Wiedereröffnung des Palästina-Amtes und der Kultusgemeinde im Mai 1938. Die ersten Emigrantinnen und Emigranten erreichten Palästina gegen Ende Juni. Der Höhepunkt der legalen und illegalen Immigration aus Österreich wurde in der zweiten Phase erreicht, bevor die Zahlen infolge des Kriegsausbruchs und der von den Briten verschärften Einreisebestimmungen wieder zurückgingen.540 Noch einmal muss darauf hingewiesen werden, dass es sich insbesondere im Falle Palästi- nas bei der Quantifizierung der Einwanderung nur um Schätzungen handeln kann. Schwierigkeiten resultieren in erster Linie aus dem Phänomen der illegalen Immi- gration und aus der unterschiedlichen Auffassung von der Definition des Begriffes „Einwanderin/Einwanderer aus Österreich“, der sich  – wie bereits dargelegt  – auf Geburtsland, Nationalität und letzten Wohnsitz beziehen konnte. Insgesamt schafften rund zwei Drittel der jüdischen Bevölkerung Österreichs den Weg in die Emigration, mindestens 65.000 österreichische Jüdinnen und Juden 538 Siehe die betreffenden Tabellen bei Moser. Er rechnet „Glaubensjuden“ und „Nichtglaubensjuden“ aus ganz Österreich mit ein. 539 Ebda., S. 65–71. 540 Niederland, Immigration, S. 371.
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Land der Verheißung – Ort der Zuflucht Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945
Titel
Land der Verheißung – Ort der Zuflucht
Untertitel
Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945
Autor
Victoria Kumar
Verlag
Studienverlag Ges.m.b.H.
Ort
Innsbruck
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7065-5419-0
Abmessungen
15.6 x 23.4 cm
Seiten
216
Schlagwörter
Palestine/Israel, Aliyah/Zionism, Jewish history of Austria, National Socialism in Austria, Palästina/Israel, Alijah/Zionismus, Jüdische Geschichte Österreichs, Nationalsozialismus in Österreich
Kategorien
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