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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1
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Seite - 35 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1

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A k a d e m i e n . 35 mächtniß des grosien Kunstfreundes Grafen Ant. r. Lamberg- Spr inzenstein, eine mit Geschmack und Sorgfalt gewählte, jedoch noch nicht aufgestellte Gemäldesammlung aus allen Schulen. Im I. 1312 erweiterte Kaiser Franz I. durch ein neues Statut, das auch einen Lehrstnhl der Theorie der Kunst gründete, die Einrichtungen der k. k. A. der bildenden Künste. Diese steht unter einem Curator, Präses, Secretär, 2 außerordentlichen und 10 ordentlichen Rathen, zugleich Professoren. Der Curator tritt als Vermittler auf in dem Verkehr der A. mit allen höhern Staatsbehörden; so wie man sich an ihn wenden muß in Allem, was auf die A. Bezug.hat. Der alad. Rath, bestehend aus dem Präses, Secretär, zugleich Rath und Referenten, dann den Rathen (Künstler oder einsichtsvolle Kunstkenner) bildet die permanente Behörde dieses Kunstinstituts und versammelt sich jährlich sechsmahl; außer- ordenrliche Sitzungen werden nach Erfordernis; der Umstände gehalten. Die A. ist die Kunstbehorde im Staate. Als Kunstgesellschaft hat sie nebst vielen Ehrenmitgliedern 20 in Wien anwesende Kunstmitglieder mir 'Aufnahmsstücken, und theilt sich als Bildungsanstalt in 4 Kunstschulen: 1) Schule der Maler, Bildhauer, Kupferstecher, der Medaillen- und Oemmenschneider unter einem Director, 10 Professoren, 2 Adjuncten und 2 Eorrectoren; 2) Schule der Architektur, unter einem Director, 3 Professoren und einem Corrector; 3) Schule der Oravirkunst (in Stahl, Erz, Edelstein) unter einem Director, einem Professor und einem Corrector; 4) Schule für Anwendung der Kunst (Zeichnung und Malerey) auf Manufactur (Manufactur-Zeichnungsschule), unter einem Director, einem Professor und einem Corrector. Diese beyden letzten sind gegenwärtig im polytechnischen Institute, und dürften in der Folge ganz mit demselben vereinigt werden- Für sämmtliche Abtheilungen sind Srif- tungsstipendien auf die Dauer von 6 Jahren vorhanden. Von den Ele- menten bis zum Praktischen ist aller Unterricht unentgeltlich. Für Lehr- linge der Kunst-Professionisten bestehen eigene Sonntagsschulen. Halb- jährig müssen die ordentlichen Schüler Prüfungsstücke einreichen, wor- über legale Zeugnisse ausgestellt werden. In der Architektur-Schule wer- den auch mündliche Prüfungen über die Theorie abgehalten. Beym Aus- tritte erhält jeder Schüler ein Zeugniß, welches 3 Jahre gilt, nach de» ren Verlauf er durch Vorzeigung einer Arbeit dasselbe erneuern lassen kann. Alljährlich wird ein sogenannter kleiner Preis in Geld für jede Schule ausgesetzt; alle 3 Jahre aber für Originalwerke ein großer Preis, in einer goldenen Medaille (25 Duc. schwer) und einer silbernen mit 6 Ducaten. Außerdem sind noch bedeutende Preis-Stiftungen von Pri- vaten vorhanden. Die Zuerkennung der grosien Preise wird im akad. Rathe beschlossen; dem Curator aber steht die definitive Entscheidung zu. Die Künstler, welche einen ersten Preis erhalten haben, sind militärfrey. Die Zahl der Schüler beträgt 1000 — 1200, Alle 2 Jahre, auch noch früher, werden seit 1316 öffentliche Kunstausstellungen (s. Kunstaus- stellung) gehalten; eine ganz vorzügliche Anstalt ist die sogenannte per- manente Kunstausstellung. Ein geräumiges lichtes Locale von 5 Zimmern, steht fortwährend den Künstlern offen, fertig gewordene Arbeiten zum Verkaufe auszustellen, gegen einen unbedeutenden Erlag vom Verkaufs- 2 *
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe A-D, Band 1
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe A-D
Band
1
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
788
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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