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4N Akathol. Gymn. u. 2llumn.— Alabaster.
der katholischen Religion erzogen werden, wo sie hingegen/ wenn der
Vater ein Protestant ist, dem Geschlechte folgen. 5) Der katholische
Seelsorger hat das Vorrecht akatholische Kranke einmahl zu besuchen und
ihnen seine Dienste anzubiethen. S. auch Geistlich reit.
Akatholisches Gymnasium und Alumnaum zu Teschen
in Schlesien. Die 4 lateinischen Classen nebst einer Vorbereitungsclasse
besorgen 5 Professoren, unter denen der Professor der 4. Classe zugleich
Nector des Gymnasiums ist. Die 4Ephoren und Vorsteher der im Jahre
1710 errichteten evangelischen Gnadenkirche zu Teschen sind zugleich
die Vorstande des a. G.'s und A.'s. Im letztern erhalten arme Studierende,
theils ganz unentgeltlich, theils gegen sehr mäßige Bezahlung, die
Kost und Wohnung.
Ala , tyrol. Städtchen im Rovereder Kreise, am linken Ufer der
Etsch, gegen die venet. Gränze. Es ist unansehnlich, mit engen
Gassen; viele von den 3,660 Eimv. finden in den hiesigen 10 Sammt-
fabriken Beschäftigung und Nahrung.
Alabaster, kein wissenschaftlicher, sondern ein technischer Nahme.
Der Künstler nennt eigentlich bloß den ganz weisien und reinen körni-
gen Gyps, der dem carrarischen Marmor ähnlich sieht, A. Er isi
weicher und leichter zu bearbeiten als der Marmor, nimmt aber keine
so gute Politur an, welche nur durch fettige Stoffe erkünstelt werden
kann. Die österr. Staaten, besonders das Salzburgische, Tyrol, die
Lombardie, Ungarn und Galizien, haben vielA., der an mehreren
Orten zum Behufe der Bildhauerey gebrochen wird. Die Gebirge bey
Chodorow im Brzezaner, bey Mar iampol im Stanislawower
Kreise, und mehrere Gegenden des Czortkower Kreises in Oalizien,
dann die Gebirge bey Zurow in Steyermark enthalten einen grosien
Vorrath des schönsten weisien und festen A.'s, wovon bis jetzt nur ein
kleiner Theil in Chodorow zu kleineren Geräthschaften, Nachtlam-
pen, Leuchtern:c. jedoch von geringer Auszeichnung, geschnitten wird.
Der salzburg. A. hat das Ansehen des geschliffenen. Man verwendete
denselben früher in Wien unter dem Nahmen des bayer. A.'s Der
rohe und ungeschliffene in Stücken wird centnerweise, der gearbeitete
ungefaßte, pfundweise verkauft. Roher Alabaster-Oyps von Schott-
wien am Semering wird nebst grauem und weißem Gypssteine in gro-
ßer Menge gebrochen und in mehreren Oypsbrennereyen zu Gypsmehl
gebrannt. Es werden im lombardisch - venet, Königreiche, besonders
zu Ma i l and , dann zu W ien , A.-Arbeiten verfertiget, und zwar
in ersterer Stadt herrliche Vasen, Lampen, Candelaber u. s. w., in
Wien meist nur kleinere gedrehte Gegenstände. (Die meisten und schön-
sten Gegenstände aus A. werden unstreitig zu Florenz und Livorno,
bis zu einem Preise von 2 bis 300 Ducaten verfertiget.) Der Handel
im Inlande ist nicht bedeutend. Schönere Kunstgegenstände werden
größtentheils noch aus Toscana eingeführt. Kleinere Arbeiten, z. B.
Verzierungen auf Uhrkästen, werden nicht selten von W ien aus ver-
schickt. Der Wiener Kunsthändler Mecchetti pflegt Vorräthe schöner
A.-Arbeiten zuhalten. Viele Bildhauer und VergolderW i en s führen
nun auch dergleichen, obschon nur kleinere und unbedeutendere.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie