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12 Albert'sche Wasserleitungen.—Albini.
liche Nahme desselben ist Enno vom Stammschlosse gl. N. , auf dem
Ennsberg im Bisthum Tr ien t , und A. ist vom Taufnahmen, im
Lauf der Zeit zum Geschlechtsnahmen angenommen worden. Der erste,
dessen die alten Urkunden in den Archiven zu Innsbruck und Trient
gedenken, wird Engelfried von Enno genannt, welcher 1010 be-
kannt gewesen; so wie auch in den nähmlichen Urkunden eines Ezz elin
von Enno gedacht wird, der dem Bischof Albrecht von Tr ient
alle seine Garer, die derselbe zu Eppan und Cal te rn besessen, ver-
kaufe hat. Dieses Ezzelin von Enno Sohn, Olurandin, wird
als Stammvater dieses noch blühenden Geschlechts allgemein angenom-
men. Albert v. Enno war bis 1323 Fürstbischof von B^ixen, wis
auch sein Neffe Albert I I . , der 1379 starb. Anfangs des 15. Jahr-
hunderts hatte sich dieses Geschlecht in nicht weniger als 17 Zweige ge-
theilt. I oh . Vict . starb 1696 zu Tr ient als Fürstbischof. Franz
Felix A. v. E. ward 1716 in den Grafenstand erhoben. Ein gleich-
nahmiger Enkel von ihm, geb. den 7. Oct. 1701, starb 1726 als Fürst-
bischof zu Trient.
Albert'sche Wasserleitungen. Diese sind bestimmt, dem Was-
sermangel der südwestlichen Vorstädte Wiens abzuhelfen, und wurden
durch die Vorsorge und Orosimuth Herzogs Albert (Albrecht) von
Sachsen-Teschen (s. d.) ausgeführt. Das Wasser kommt aus mehreren
Bergquellen, deren 2 hoher als der Stephansthurm liegen, hinter
Hütteldorf von der hohen Wand, wird dann fast bis zum Dorfe in ei-
nem gemauerten Canale von 5^ Fuß Tiefe und 2 Fuß Breite in eine
Brunnenstube geführt, aus derselben in mehr als 16,000 eisernen,
doppelt neben einander liegenden Röhren, durch eine Strecke von 7,155
Klaftern, unter der Erde in die Vorstädte geleitet, und so vertheilt,
daß Oumpendorf 2, Mar ia h i l f 3, die Laimgrube 2, die
Iosephstadt 2, dann die Gründe N eu bau, Schottenfeld und
St . Ulrich jeder einen Brunnen mit gutem trinkbaren Wasser besitzen.
Das Werk wurde in zwey Jahren vollendet und kostete über 400,000 fi.
Conv. Münze.
Albim, FranzIos.Freyh. v./ geb. 1743 zuSt. Ooar. Er
hatte die Rechte studlert und trat nach zweyjähriger Reichshofrathspra-
xis in Wien als Hof- und Regierungsrath in die Dienste des Fürstbischofs
von Würzbftrg. Zum Kammergerichts-Assessor 1774 ernannt, und
1737 vom Churfürsten und Reichserzkanzler Friedrich Car l von
Mainz zum geheimen Reichsreferendar in Wien berufen, lernte ihn
Kaiser Joseph I I . kennen und gab ihm 1739 mehrere wichtige Auf-
träge an deutsche Hofe. Als Leopold I I . den Kai'erthron bestiegen
hatte, ward A. churmainz. Hofkanzler und Staatsminister, allein
der Krieg von,.1792 hinderte die Ausführung seiner weisen Verwaltungs-
plane. Die Übergabe von Mainz (21. Aug. 1792) half er mit zu
Stande bringen und wohnte 1797 dem Congreß in Rastadt bey. An
der Spitze des Mainzer Landsturmes erfocht er 1799 mehrere Vor-
theilegegen die Franzosen und ward dafür 1301 vom Churfürsten mit ei-
nem werthvollen Säbel belohnt. Er blieb fortan in den Diensten Carl
Theodor's, nachhengen Fürsten Primas, genoß stot5 die allgemeine
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie