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die Reichskleinodien aus, und nahm vom verhaßten Nebenbuhler Öster-
reich und Steyermark zu Lehen. Unterdessen hatte sich in der Schweiz eine
neue Verbindung gegen ihn gebildet, an der Spitze Amadeus IV.
Graf von Savoyen; Zürich, Bern, Basel, Rapperswyl, der 'Abt von
St . Gal len, der Bischof von Costnitz u. Andere schlössen sich ihr an.
In Eilmärschen nahte A., eroberte und schleifte mehrere feste Plalze
im Bisthum Costnitz, belagerte den Abt von St . Gal len in Wyl
und verbrannte diesen Ort. Der Waffenstillstand, welchen der neue römi-
sche König ausrufen liesi, machte dieser Fehde ein Ende, und A. kehrte
nach Osterreich zurück, die Hoffnung auf die Kaiserwürde keineswegs auf-
gebend, und durch vertagte Gewährung derselben noch finsterer und mür-
rischer wie vorher. Durch Vermittlung seiner Gemahlinn schloß er jedoch
mit dem Bischofvon Salzburg und den Grafen vonHeunberg, welche
wahrend A.'s Entfernung dessen Schwiegervater Mainhard in Karn-
then befehdet hatten, einen Frieden (1293), der aber von kurzerDauer
war. Der Bischof führte sehr bald beym Kaiser Klage wegen der bey
Gosach von A. an einem Berge angelegten Salzpfannen, welchen der
Bischof auf der Salzburger Seite bearbeiten ließ. Als darauf, weil A.
in Wien Gift erhalren hatte, sich das Gerücht von seinem Tode ver-
breitete, fiel ihm der Bischof ins Land und zerstörte die Salinen. Allein
der, jedoch mit Verlust eines Auges, schnell wiederhergestellte Herzog
rächte diese Feindseligkeiten und trieb auch den wiederhohlt aufrühreri-
schen Adel in Osterreich und Steyer.nark durch sein auslandisches Kriegs-
volk zu Paaren, ohne irgend eine Forderung, wie Entfernung der
Schwaben, Bewilligung der Ausgaben des Staates durch die Stande
u. a. m. zugestanden zu haben. Die Empörten, welche keine auswärtige
Hülfe erhielten, waren froh, durch die Vermittlung der Gemahlinn A.'s
Verzeihung und Frieden zu erhalten, leisteten Abbitte, und ergaben
sich. Viele vom Adel flohen nach Böhmen und Deutschland (1297). —
Siegreich, Herr in seinem Lande, und durch die in Wien entfaltete
tönigl. Pracht berühmt; verschwägert und in gutem Vernehmen mit
dem König von Böhmen und denHerzogen zu Sachsen, Bayern, Karn-
then, Schwiegervater des Königs von Ungarn und des Markgrafen von
Brandenburg; empfohlen durch den machtigen Bischof von M ainz, wel-
chem Adolph die Kaiserkrone verdankte, wurde er jetzt (1293) auf
dem Reichstage zu Mainz von einigen Churfürsten zum Oegenkaiser
gewählt, weil Adolph durch sein unkluges Betragen und durch allzu
grosieSorgefürVergrösierung derBesitzungen seinesHauses sich den Un-
willen der Fürsten aufgeladen, und die Verantwortung der gegen ihn
erhobenen Beschwerden verweigert hatte. Beyde Kaiser traten an der
Spitze ihrer Heere, vermehrt durch die ihrer Bundesgenossen, einander
entgegen. Bey Oelheim, zwischen Speyer und W.orms, kam es
am 2. Iuly 1298 zur Schlacht, in der Adolph durch seines Gegners
Hand Krone und Leben verlor. A. nahm plötzlich den Schein der Grosi-
muth an, entsagte allen Ansprächen auf die Kaiserkrone, welche er nun
traft eines streitigen Rechts hatte geltend machen können, und ward nun-
mehr einhellig als Kaiser anerkannt. Seine herrschsüchtigen Absichten tra-
tcn aber nur zu bald ans Licht. — Nachdem er Osterreich, Steyermark
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie