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A l b r e c h t III.
rathsgut aus (1356). Seine Treue gegen den verfolgten Kaiser, obgleich
von diesem wegen Karnthen schwer beleidigt (1342), erschütterten weder
des heftigen Papstes Clemens VI . drohende Forderungen, noch des fei-
nen Gegenkönigs Car l VI . Schmeicheleyen, der auch seinen Eidam,
Ludwig von Ungarn, deßhalb nach Wien beschied; aber seine Treue
ward nach des Kaifers Tode (1343) eben so fest für diesen Car l , da man
Deutschlands Krone Eduard von England und dann Friedrich
von Meissen antrug; dafür unterwarf Car l A.en wieder das auf-
rührisch gewordene Bre isach, erklärte alle den Österreichern nach-
theiligen Verfügungen Kaiser Ludwig's für ungültig, und nahm sich
eifrig, obgleich nicht uneigennützig, der schweren Handel A.'s mit den
Schweizern an (1351—53). Von ihm haben die Steyermarker das noch
jetzt wichtige Bergbüchel, und die Verdeutschung (1339) der Rudol-
vhittischen Landhandfeste von 1277, die Karnthner aber ihre Land-
handfeste und Rechte', den steyermarl. nachgebildet, erhalten. Seine
österr. Lander wurden wahrend seiner Regierung durch verheerende Über-
schwemmungen, Erdbeben, Misiwachs, Heuschrecken und Pest heimge-
sucht; sein Schutz für die allgemein gehaßten und blutig verfolgten Juden,
und daß er das gegen ihn feindlich gesinnte, durch Erdbeben zerstörte
Basel (1356) aufbauen half, zeugt von seiner großen Denkart. Er
starb 1353.
Albrecht I I I . , Herzog von Osterreich, den Beynahmen mit
dem Zopfe führend, ein Sohn Herzog Albrecht's I I . des Lah-
men, wurde 1348 geboren, und folgte seinem Vater Albrecht I I . in
der Regierung 1358, nebst seinen Brüdern Rudolph IV. , Leopold I I I .
und Friedrich I I I . Letzter wurde auf der Jagd deu 9. Dec. 1362
erschossen; und da er keine Leibeserben hinterließ, so siel dessen Erb-
theil andiedrey übrigen Brüder. Diese erhielten auch 1363 von derMar-
garetha Maultasche nachdem Tode ihres Sohnes Ma inh ard,
welchen sie mit Ludwig dem Ältern von Bayern erzeugt hatte, die
Übergabe von Tyrol, wodurch die österreich. Lander ansehnlich ver-
größert wurden. Als nunRudo lph IV. den24.Iuly 1365 ohne Leibes-
erben starb, so theilten sich A. I I I . und Leopold I I I . öfter in das
Ganze, von welchem jener endlich bey der Theilung vom I. 1379 das
eigentliche Osterreich, dieser aber Steyermark, Kärnthen, Tyrol und
die Besitzungen in Schwaben bekam. — Als Regent machte sich A. be-
sonders durch die Pflege der Künste und Wissenschaften um sein Land
verdient. Unter den Künsten schätzte er vor allen andern die Baukunst,
und zeigte seinen Geschmack durch die Anlage des Schlosses Laxen bürg.
Die Wissenschaften verdanken ihm aber besonders die Erweiterung der
Universität Wien , welche schon 1365 war gestiftet worden, aber durch
das Privilegium des Papstes Urban V. nur die jurist., medic. und
Philosoph. Facultar erhalten hatte. Durch A.'s Bemühungen bewil-
ligte Papst Urban V I . auch die theol. Facultat und bestätigte sie
1388. Da A. besonders die allgemeinen Wissenschaften ols die Grund-
lage aller übrigen schätzte, nahmentlich die Mathematik, die er selbst ei-
gentlich studirte, so sorgte er vornehmlich für die Besetzung der philoso-
phischen Facukäc mit tüchtigen Männern, und war darin ein nachah-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie