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Albrecht IV. — Albrecht V. 47
mungswürdiges Vorbild für spätere Regenten. — A. vermahlte sich zwey-
mahl, zuerst mit Kaiser Carl's IV. Tochter, welche den 18. Sept. 1373
starb, dann mitBeatrix, Fr iedri ch's IV. Burggrafen von Nürnberg
Tochter; er starb den 29. Aug. 1395 zu Laxenburg.
AlbrechtlV., genannt der Geduldige (Friedlichgesinnte) oder
auch das Weltwunder, von seiner gefährlichen aber glücklich zurückge-
legten Wallfahrt nach Palastina, der einzige Sohn des Vorigen, wurde
geboren 1377/ und folgte seinem Vater in der Regierung 1395. Da
er mit der Theilung der österr. Länder, welche dieser mit seinem Bru-
der Leopold I I I . 1379 gemacht hatte (s. A. I I I . ) , nicht zufrieden war,
so wurde ihm, nach vorhergegangenen Unterhandlungen mit den Söh-
nen seines verstorbenen Oheims Leopold I I I . das Fürstenthum Kram
wieder abgetreten, und zu dem eigentlichen Osterreich hinzugefügt. Bey
seinem Hange zur Schwärmerey ist es leicht zu erklären, das; er, trolz der
Abmahnungen seiner Mutter und vieler Großen,, eine Wallfahrt nach
Palastina unternahm, alle sogenannten heiligen Orter besuchte und sich
.1393 in Jerusalem zum Ritter schlagen liesi. An den Streitigkeiten,
welche der Konig Sieg mund von Ungarn mit seinem Bruder dem
Könige Wenzel von Böhmen führte, nahm A. in so fern Antheil,
dasi er den letzten, der auf Siegmund's Veranstaltung war gefan-
gen genommen worden, in Verwahrung nahm, aber doch freundlich be-
handelte, und zu seiner Befreyung beytrug. Den König Siegmund
unterstützte er öfter in dessen Kriegen, als er aber mit ihm gegen den
Markgrafen von Mahren Procop zog und die Stadt Znaym
belagerte, so liesi ihm dieser Gift beybringen, woran er sogleich erkrankte,
und sich' in einer Senfte nach Neuburg tragen liesi, wo er den 25.
Aug. 1404 starb.
Albrecht V. von Osterreich, geb. 1397, als deutscher Kaiser
Albrecht I I . , einziger Sohn Herzog Albrecht's IV., erbte, nur
erst 7 Jahre alt. Osterreich von seinem Vater, welches wahrend sei-
ner Minderjährigkeit seine Oheime regierten. Im 14. Jahre wurde
er zuOfen mit des Kaisers und Königs Siegmund Tochter Elisa-
beth verlobt. Ein Jahr später erklärte ihn der Kaiser für volljährig,
und frohlockend begrüsiten ihn die österreichischen Stände als Herzog.
Die Vermahlung mit Elisabeth wurde 1422 vollzogen, und A. er-
hielt Mähren, so wie Bestätigung der in der alten Erbeinigung enthal-
tenen Ansprüche auf Ungarn und Böhmen zur Mitgift. Jetzt zog er,
durch ungar. Truppen verstärkt, gegen die Hussiten zu Felde und
führte mit ihnen einen wechselvollen und entsetzlichen Kampf. Bey den
vom Kaiser und Papst gegen sie veranlasiten beyden Kreuzzügen spielte
A. eine Hauptrolle, erfocht nahmentlich bey Maid Hof (1431) und
Znaym (1432) blutige Siege und behauptete sich im Besitze von Mah-
ren, das er für Kekerey und Aufstand durch Verbrennung von mehr als
500 Dörfern züchtigte. — Auch gegen die Türken führte er 1435 das
ungar. Heer zum Siege. Es war im Dec. 1437, als Siegmund
auf dem Todbette in Ungarn seinen Eidam zum König empfahl und ihm
die böhm. Krone in seinem Testamente vermachte. Die Ungarn folg-
te:: dem Rathe Sieg mund's und wählten A., krönten ihn jedoch nur mir
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Band 1
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe A-D
- Band
- 1
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 788
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie